21 Campingplätze, 22 Bewertungen: Wo es sich mit Kindern am besten campen lässt

29 Nächte, 21 verschiedene Campingplätze, einer davon zweimal, und das in drei Ländern. Wir haben alle Plätze unserer Elternzeitreise nach denselben Kriterien bewertet. Herausgekommen ist ein ehrlicher Überblick für alle, die mit Kindern im Camper durch Skandinavien fahren wollen, und ein paar Erkenntnisse, die uns selbst überrascht haben.

So haben wir bewertet

Jeder Platz bekommt in sechs Kategorien zwischen einem und fünf Sternen, halbe Sterne gibt es nicht. Fünf Sterne bedeuten: sehr gut.

  • Sanitär: Sauberkeit und Zustand von Duschen und WCs, und ob das warme Wasser im Preis drin ist.
  • Kinderfreundlichkeit: Spielplatz, Hüpfkissen, Indoor-Spielbereiche und alles, womit sich Fiete und Mats beschäftigen konnten.
  • Stellplatz: Größe, Untergrund, Privatsphäre und Aussicht.
  • Lage & Umgebung: Natur, Wasser, Nähe zu Ausflugszielen und wie weit es von der Hauptstraße ist.
  • Ausstattung & Service: Küche, Servicehaus, Sauna, Check-in und Ver- und Entsorgung.
  • Preis/Leistung: Grundlage ist der Preis pro Nacht. Bis 25 € gibt es fünf Sterne, je 10 € mehr einen Stern weniger, über 55 € nur noch einen. Bietet ein Platz für sein Geld auffällig viel oder wenig, gibt es einen Stern dazu oder einen Stern Abzug.

Die Gesamtwertung ist unser persönlicher Gesamteindruck und kein Durchschnitt. Ein Platz mit eiskalten Duschen kann eben auch mit traumhafter Lage nicht ganz oben landen.

Alle Preise sind unsere realen Kosten in Euro für die jeweils genannte Anzahl Nächte, also das, was tatsächlich von unserem Konto abgebucht wurde. Die Umrechnungsgebühren unserer Bank (N26) für Zahlungen in dänischen, schwedischen und norwegischen Kronen sind darin bereits enthalten.

Die Plätze im Einzelnen

1. Absalon Camping, bei Kopenhagen (Dänemark)

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 64,49 €

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★☆☆☆☆

Plus: guter Spielplatz mit gleich zwei Luftkissen-Trampolinen, ein recht privater Stellplatz unter einem Baum.
Minus: der Preis. Für eine Nacht der mit Abstand teuerste Platz der ganzen Reise.

Solide, aber mehr nicht. Für den ersten Abend nach der Fähre völlig in Ordnung.

2. Grottbyn (Schweden)

Gesamt: ★★★★☆ · 1 Nacht · 38,73 €

  • Sanitär ★★★★☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★★
  • Stellplatz ★★★☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★☆☆
  • Ausstattung & Service ★★★★☆
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: die „Hobbithöhlen“ mit einem tollen Indoor-Spielbereich, gute Duschen.
Minus: Der Spielplatz draußen wurde gerade umgebaut, und für eine Nacht ist der Platz recht teuer.

Ein Platz mit Charakter, an dem die Kinder auch bei Regen ihren Spaß haben.

3. Vimmerby (Schweden)

Gesamt: ★★★★☆ · 2 Nächte · 40,10 €

  • Sanitär ★★★★☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★☆☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★★
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★★★★

Plus: keine drei Minuten zu Fuß zur Astrid Lindgren Welt, gute Duschen, ein unschlagbarer Preis von gut 20 € pro Nacht.
Minus: Spielplatz und Ausstattung waren nur Durchschnitt.

Wer die Astrid Lindgren Welt besucht, findet keinen besseren Ausgangspunkt.

4. Bredäng, bei Stockholm (Schweden)

Gesamt: ★★★☆☆ · 2 Nächte · 80,35 €

  • Sanitär ★★☆☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★☆
  • Stellplatz ★★☆☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★★★
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: die Bahn nach Stockholm ist zu Fuß erreichbar, guter Spielplatz.
Minus: mäßige Duschen, mäßiger Stellplatz, und der Platz war trotz Nebensaison recht voll.

Ein Zweckplatz für Stockholm: Die Lage ist top, der Rest eher Mittelmaß.

5. Malnbaden, Hudiksvall (Schweden)

Gesamt: ★★★★☆ · 1 Nacht · 40,17 €

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★★
  • Stellplatz ★★★★★
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★★☆
  • Preis/Leistung ★★★★☆

Plus: toll im Grünen gelegen, ein toller Spielplatz, ein toller Stellplatz, eine Sauna, und der Platz war herrlich leer.
Minus: die Duschen waren nur annehmbar.

Eine echte Überraschung und einer der schönsten Plätze im ersten Teil der Reise.

6. FriluftsByn, Höga Kusten (Schweden)

Gesamt: ★★★☆☆ · 2 Nächte · 55,92 €

  • Sanitär ★☆☆☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★☆☆☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★★
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: super im Grünen und mitten in der Höga Kusten, dazu sehr leer.
Minus: Eigentlich sollten 5 Minuten Warmwasser 10 SEK (ca. 0,90 €) kosten. Aus der Dusche kam trotzdem nur eiskaltes Wasser. Dazu ein kleiner Spielplatz, und das angrenzende Restaurant hatte geschlossen.

Eine traumhafte Lage, aber wer warm duschen möchte, ist hier falsch.

7. First Camp Nydala, Umeå (Schweden), erster Aufenthalt

Gesamt: ★★★★☆ · 2 Nächte · 53,85 €

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★★
  • Stellplatz ★★★★★
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★★☆
  • Preis/Leistung ★★★★★

Plus: ein toller Spielplatz und Hüpfkissen, ein sehr guter Stellplatz, und das für knapp 27 € pro Nacht.
Minus: die Duschen waren nur Durchschnitt.

Geplant war eine Nacht, geworden sind es spontan zwei, und der Platz hat uns dabei nicht im Stich gelassen.

8. Kraja Camping, Arjeplog (Schweden)

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 32,09 €

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★★
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★★★☆

Plus: kostenloses Minigolf für die ganze Familie und eine sehr gute Lage.
Minus: Sanitär und Ausstattung nur Durchschnitt.

Ein ordentlicher Zwischenstopp auf dem Weg nach Norwegen.

9. Saltstraumen Camping (Norwegen)

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 37,23 €

  • Sanitär ★★★★☆
  • Kinderfreundlichkeit ★☆☆☆☆
  • Stellplatz ★★★☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★★★
  • Ausstattung & Service ★★★★☆
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: zu Fuß zum stärksten Gezeitenstrom der Welt, eine topmoderne Küche, ein Stellplatz mit Holzterrasse.
Minus: kein Spielplatz und auch sonst keine Beschäftigung für Kinder, dazu schlechte, matschige Wege.

Ein Platz für Naturfans, mit Kindern wird es dort allerdings schnell langweilig.

10. Moskenes Camping, Lofoten (Norwegen)

Gesamt: ★★☆☆☆ · 2 Nächte · 103,22 €

  • Sanitär ★★☆☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★☆☆☆
  • Stellplatz ★★★☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★☆☆☆
  • Preis/Leistung ★☆☆☆☆

Plus: keine 200 Meter von der Fährrampe, und Å liegt direkt um die Ecke.
Minus: Warmwasser kostet extra, der kleine Spielplatz liegt in einer abgelegenen Ecke, und das alles für über 50 € pro Nacht.

Praktisch für die Ankunft mit der Fähre, aber deutlich zu teuer für das, was geboten wird.

11. Lofoten Fjordcamp (Norwegen)

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 48,85 €

  • Sanitär ★★☆☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★☆☆☆☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★☆☆☆
  • Preis/Leistung ★★☆☆☆

Plus: ein guter Stellplatz mit tollem Ausblick auf den Fjord, auch wenn er nach der Starkregen-Nacht unter Wasser stand.
Minus: Warmwasser kostet extra, es gibt keinen Spielplatz, und abseits der Hauptstraße durch die Lofoten liegt man etwas ab vom Schuss.

Für den Ausblick lohnt es sich, für alles andere eher nicht.

12. Hammerstad Camping (Norwegen)

Gesamt: ★☆☆☆☆ · 1 Nacht · 42,34 €

  • Sanitär ★☆☆☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★☆☆☆☆
  • Stellplatz ★★☆☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★☆☆
  • Ausstattung & Service ★☆☆☆☆
  • Preis/Leistung ★☆☆☆☆

Plus: die Lage direkt am Wasser.
Minus: Grauwasser mitten auf dem Platz, eine Küche, die eine Zumutung war, eine Entsorgungsstation, die nur aus einem Rohr auf Hüfthöhe bestand, kein Spielplatz und Warmwasser gegen Aufpreis.

Der Tiefpunkt der Reise. Hier würden wir nicht noch einmal übernachten.

13. Sortland Camping (Norwegen)

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 53,89 €

  • Sanitär ★★★★☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★☆☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★☆☆☆

Plus: offenbar frisch modernisierte Sanitäranlagen und eine modernisierte Küche, dazu ein Stellplatz auf einem Hügel mit Blick auf den Fjord.
Minus: Warmwasser kostet trotzdem extra, und es gibt keinen Anschluss zum Ablassen des Grauwassers.

Auf einem guten Weg, aber für norwegische Verhältnisse eben auch teuer.

14. Camping Björkliden (Schweden)

Gesamt: ★★★★☆ · 1 Nacht · 44,51 €

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★★
  • Stellplatz ★★☆☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★★★
  • Ausstattung & Service ★★★★★
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: eine Indoor-Kletterwand und eine Tischtennisplatte im Servicehaus, eine große, moderne Küche, Abisko, der Nuolja und der Silverfallet direkt um die Ecke, und endlich wieder Warmwasser ohne Aufpreis.
Minus: ein sehr einfacher Schotterstellplatz abseits des Servicehauses, auf dem wir uns mittendrin eingequetscht fühlten.

Das Servicehaus allein ist den Besuch wert.

15. Camp Ripan, Kiruna (Schweden)

Gesamt: ★★★★☆ · 2 Nächte · 88,00 €

  • Sanitär ★★★★☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★★★
  • Preis/Leistung ★★★★☆

Plus: eine richtige Rezeption, dazu Gym, Padel-Halle und Sauna, alles inklusive. Am Stellplatz gab es ein eigenes Holzdeck.
Minus: Unser Stellplatz war schief, wir brauchten zum ersten Mal die Auffahrkeile.

Kein 08/15-Platz, sondern fast schon ein kleines Resort, und trotzdem günstiger als in Norwegen.

16. Arctic Camp Jokkmokk (Schweden)

Gesamt: ★★★★★ · 2 Nächte · 59,45 €

  • Sanitär ★★★★★
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★★
  • Stellplatz ★★★★★
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★★★★

Plus: eine eigene Eltern-Kind-Dusche, alles sehr sauber und gut beheizt, ein riesiger Spielplatz, großzügige Stellplätze und knapp 30 € pro Nacht.
Minus: eine in die Jahre gekommene Küche, eine kostenpflichtige Sauna, und das Schwimmbad hatte bereits geschlossen.

Unser Sieger und der einzige Platz der Reise mit fünf Sternen gesamt. Kein anderer Platz kam über alle Kategorien zusammen auf mehr Sterne.

17. First Camp Arcus, Luleå (Schweden)

Gesamt: ★★★★☆ · 1 Nacht · 21,74 € (regulär 32 €, Rest mit Treueguthaben bezahlt)

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★☆
  • Stellplatz ★★★★☆
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★★☆
  • Preis/Leistung ★★★★☆

Plus: ein ruhiger Stellplatz im Grünen nah am Spielplatz und Eis mit 70 % Rabatt zum Saisonende.
Minus: Bis in den Abend donnerten Kampfjets vom nahen Militärflugplatz Kallax über den Platz, auch wenn das nicht die Schuld des Platzes ist.

Rundum solide, ohne echte Schwächen.

18. First Camp Nydala, Umeå (Schweden), zweiter Aufenthalt

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 32,00 €

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★★
  • Stellplatz ★★☆☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★★☆
  • Ausstattung & Service ★★★★☆
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: wie beim ersten Mal ein toller Spielplatz und Hüpfkissen.
Minus: Offenbar wurde nur ein Teilbereich des Platzes belegt, und rund um uns herum war alles voll.

Derselbe Platz, ein ganz anderes Erlebnis. Wo man hingestellt wird, macht eben einen großen Unterschied.

19. First Camp Fläsian, Sundsvall (Schweden)

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 36,00 €

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★☆☆
  • Stellplatz ★★★★★
  • Lage & Umgebung ★★★☆☆
  • Ausstattung & Service ★★☆☆☆
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: Wir standen in erster Reihe, ganz allein und mit Blick auf eine kleine Bucht. Die Hotline hat schnell und pragmatisch geholfen.
Minus: In der Nebensaison ist die Rezeption am Wochenende nicht besetzt, und weder der Online-Check-in noch der Code für den Kartentresor funktionierten. Dazu liegt der Platz recht nah an der Schnellstraße.

Ein Traum-Stellplatz, wenn man es denn erst einmal hineinschafft.

20. Gävle Camping Engesberg (Schweden)

Gesamt: ★★☆☆☆ · 1 Nacht · 40,81 €

  • Sanitär ★★☆☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★☆☆☆
  • Stellplatz ★★★☆☆
  • Lage & Umgebung ★★☆☆☆
  • Ausstattung & Service ★★★★☆
  • Preis/Leistung ★★☆☆☆

Plus: nette Inhaber, eine gute Küche, alles lässt sich digital per App öffnen, und drinnen gibt es eine kleine Spielecke.
Minus: kein Spielplatz draußen, schwache Sanitäranlagen, und der Platz ist zwar ruhig, aber recht weit weg von Gävle.

Sympathisch geführt, aber im Gesamtpaket der schwächste Platz in Schweden.

21. First Camp Kolmården, Norrköping (Schweden)

Gesamt: ★★★☆☆ · 1 Nacht · 38,00 €

  • Sanitär ★★★★☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★☆☆
  • Stellplatz ★★★☆☆
  • Lage & Umgebung ★★★☆☆
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★★☆☆

Plus: gute Sanitäranlagen und eine tolle Lage am Wasser, kurz hinter den „schwedischen Malediven“. In der Nebensaison war es angenehm leer.
Minus: ein längerer Weg von der Schnellstraße. Und der Kolmården-Tierpark nebenan ist im Herbst nur noch am Wochenende geöffnet.

Unaufgeregt und ordentlich, ein klassischer Durchschnittsplatz.

22. First Camp Gränna am Vättern (Schweden)

Gesamt: ★★★★☆ · 1 Nacht · 27,38 € (regulär rund 36–38 €, Rest mit Treuepunkten bezahlt)

  • Sanitär ★★★☆☆
  • Kinderfreundlichkeit ★★★★☆
  • Stellplatz ★★★★★
  • Lage & Umgebung ★★★★★
  • Ausstattung & Service ★★★☆☆
  • Preis/Leistung ★★★★☆

Plus: Unser vorab reservierter Stellplatz lag mit direktem Blick auf den Vättern und hatte einen Sandstrand vor der Tür. Gränna mit seinen Zuckerstangen und der Hafen sind zu Fuß erreichbar.
Minus: Ausstattung und Sanitär waren eher schlicht, denn der Platz ist im Grunde eine große Wiese mit einem Servicehaus in der Mitte.

Ein würdiger Abschluss für unsere letzte Nacht im Camper.

Die Bilanz

Für 29 Nächte auf Campingplätzen haben wir insgesamt 1.079,12 € bezahlt, im Schnitt 37,21 € pro Nacht. Die letzte Nacht auf der Fähre ist darin nicht enthalten. Mit dem Treueprogramm von First Camp haben wir zudem rund 20 € gespart.

Der Vergleich der Länder ist eindeutig:

NächteKostenpro NachtØ Gesamtwertung
Dänemark164,49 €64,49 €3,0 Sterne
Schweden22729,10 €33,14 €3,6 Sterne
Norwegen6285,53 €47,59 €2,4 Sterne

In Norwegen haben wir also rund 44 % mehr pro Nacht bezahlt als in Schweden und dafür im Schnitt mehr als einen ganzen Stern weniger bekommen. Dazu kam auf den meisten norwegischen Plätzen noch der Aufpreis für warmes Wasser.

Über alle Plätze hinweg schnitt die Lage am besten ab, mit durchschnittlich 4,1 Sternen. Am schwächsten war das Sanitär mit glatten 3,0 Sternen. Schöne Orte gibt es in Skandinavien reichlich, gute Duschen offenbar seltener.

Auffällig ist auch: Nur ein einziger Platz hat die vollen fünf Sterne bekommen. Irgendetwas war fast immer.

Unsere Top 3

  1. Arctic Camp Jokkmokk: fünf Sterne gesamt und dazu fünf Sterne bei Sanitär, Kindern, Stellplatz und Preis/Leistung.
  2. First Camp Nydala, Umeå (erster Aufenthalt): Spielplatz, Hüpfkissen und Stellplatz waren top, und das zu einem fairen Preis.
  3. Malnbaden in Hudiksvall und Camp Ripan in Kiruna teilen sich den dritten Platz: der eine mit Natur und Ruhe, der andere mit Ausstattung.

Unsere Flop 3

  1. Hammerstad Camping: in fünf von sechs Kategorien nur ein oder zwei Sterne.
  2. Moskenes Camping: über 50 € pro Nacht für sehr wenig Gegenleistung.
  3. Gävle Camping Engesberg: nette Inhaber, aber zu wenig für Familien.

Was wir gelernt haben

Für Familien lohnt sich in Schweden ein Blick auf die First-Camp-Plätze. Hüpfkissen und Spielplätze gehören dort fast überall zum Standard, und das Treueprogramm spart bei mehreren Aufenthalten bares Geld. Die Qualität schwankt aber, wie unsere zwei Nächte in Umeå zeigen.

Wo man steht, ist mindestens so wichtig wie der Platz selbst. Wo möglich, lohnt es sich, den Stellplatz vorab zu reservieren. In Gränna hat sich das mehr als ausgezahlt.

In der Nebensaison sind Rezeptionen oft nur eingeschränkt besetzt, und Check-in, Restaurants, Schwimmbäder oder Saunen laufen nicht immer wie gedacht. Dafür hat man die Plätze fast für sich allein.

Und für Norwegen gilt: Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte die Erwartungen an Campingplätze herunterschrauben, den Frischwassertank voll machen und die Dusche im Camper zu schätzen wissen.

Tag 32: Camper-Abgabe, die Reise in Zahlen und unser Fazit

Heute hieß es Abschied nehmen von unserem rollenden Zuhause der letzten Wochen. Zeit für einen Blick auf die nackten Zahlen und auf das, was von dieser Reise bei jedem von uns vieren hängen bleibt.

Die Abgabe: Kaution futsch

Den Camper haben wir heute frisch gereinigt beim Vermieter abgegeben. Das eine Thema, das seit Storforsen über uns schwebte, war damit aber noch nicht erledigt: der Aufsetzer am Feldweg, bei dem sich die Schürze samt Rücklicht hinten losgerissen hatte. Bei der Begutachtung kam dann die Gewissheit, und die war leider teurer als erhofft: Der Schaden liegt bei über 3.000 Euro. Da die Kaution genau der Höhe der Selbstbeteiligung entspricht, heißt das ganz einfach: Kaution futsch.

Ärgerlich? Natürlich. Aber wie schon an dem Tag selbst gilt auch jetzt: Passiert ist passiert. Und es ändert nichts an dem, was wir in diesen Wochen erlebt haben.

Die Reise in Zahlen

Vom Start bei 38.617 Kilometern bis zur Rückkehr bei 43.812 Kilometern haben wir insgesamt 5.195 Kilometer zurückgelegt — durch Dänemark, Schweden und Norwegen, bis weit über den Polarkreis hinaus und wieder zurück.

Dafür haben wir neunmal getankt, das erste Mal in Växjö, das letzte Mal heute vor der Abgabe in Elmshorn. Zusammen sind dabei knapp 540 Liter Diesel in den Tank geflossen. Bezahlt haben wir in drei Währungen: rund 10.470 schwedische Kronen, 1.500 norwegische Kronen und 33 Euro. Umgerechnet mit den Kursen von Mitte September sind das etwa 1.100 Euro für Diesel, also gut 21 Euro pro 100 Kilometer.

Daraus ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch von rund 10,4 Litern auf 100 Kilometer. Wichtig dabei: Darin steckt nicht nur das Fahren, sondern auch die Dieselheizung. Und die hatte gut zu tun, denn je weiter wir nach Norden kamen, desto kälter wurde es. Nächte mit nur zwei bis vier Grad waren keine Seltenheit, und in Jokkmokk hatten wir morgens sogar leichten Frost. Für einen großen Camper mit Heizung im Dauereinsatz finden wir den Wert absolut in Ordnung.

Unser Fazit

Und dann ist da noch die Frage, die nach so einer Reise am meisten zählt: Was bleibt? Wir haben jeden von uns gefragt.

Fiete

Für Fiete ganz oben auf der Liste: die Gondelfahrt. Die „Gondula“ hinauf auf den Nuolja bei Abisko war für ihn eines der ganz großen Abenteuer. Dicht dahinter die Hüpfkissen auf den First-Camp-Plätzen, auf denen er sich jedes Mal aufs Neue austoben konnte, und die Skaterplätze in Kiruna und Gränna, wo er mit seinem Roller die Pisten rauf und runter geflitzt ist. Und natürlich: das Schoko-Fondue. Wer ihn bei den Fondue-Abenden im Camper erlebt hat, weiß, warum.

Nicht gefallen hat ihm dagegen, dass das Schwimmbad am Campingplatz in Jokkmokk geschlossen hatte. Und dass es, zumindest in seiner Wahrnehmung, ziemlich viele Plumpsklos gab. Das waschechte Exemplar am Nuolja hat offenbar Eindruck hinterlassen.

Mama

Für Conny war das Schönste ganz klar die Zeit zusammen. Das Kuscheln im Camper, wenn draußen der Regen prasselte oder der Wind am Fahrzeug rüttelte. Und auch bei ihr: die Schoko-Fondues, die zu kleinen Ritualen dieser Reise geworden sind.

Was ihr nicht gefallen hat? Die Tage waren einfach zu kurz.

Mats

Mats‘ Fazit lässt sich in einem Wort zusammenfassen: „Huiiii!“ Rutschen, Rutschen und nochmal Rutschen — egal ob in Jokkmokk, auf dem Platz bei Luleå, wo er morgens schon aus dem Fenster „Huiiii, huiiii!“ rief, oder auf irgendeinem Spielplatz am Wegesrand. Dazu die Hüpfkissen und vor allem: so viel Bruder-Zeit wie nie zuvor. Wie er geduldig am Ende der Rutsche auf Fiete wartete und ihm hinterherlief, wenn der eine andere genommen hatte, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Papa

Für Fabian steht ebenfalls die gemeinsame Zeit an erster Stelle: einen ganzen Monat lang zu viert, ohne Alltag, ohne Termine. Dazu die Natur und die Landschaft, die uns immer wieder sprachlos gemacht hat — die Höga Kusten, die Berge hinter der norwegischen Grenze, die Lofoten, die tosenden Wassermassen von Saltstraumen und Storforsen.

Nicht gefallen hat ihm die Hygienesituation auf einigen wenigen Campingplätzen. Und dann natürlich das, worauf wir uns von Anfang an so gefreut hatten: Polarlichter. Wir haben die Lofoten verkürzt, sind länger in Abisko, Kiruna und Jokkmokk geblieben und haben Nacht für Nacht in den Himmel geschaut. Doch meistens lag eine geschlossene Wolkendecke darüber. Wir haben keine gesehen. Ein Grund mehr, irgendwann wiederzukommen.

Tag 31: Lastwagen-Tetris, Sonnenaufgang vor Travemünde und ein Camper auf der Auffahrt

Der letzte Tag unserer Reise — mit einem Abend am Fährterminal, einer Kabine mit bester Aussicht und einem Morgen, an dem die Sonne uns zurück nach Hause begleitet hat.

Warten in der ersten Reihe

Gestern Abend waren wir zeitig am Fährterminal in Trelleborg: Abfahrt um 22 Uhr, und wir standen schon gegen 18:15 Uhr da. Der Check-in lief erfreulich einfach. Wir hatten vorab online eingecheckt, mussten uns nur noch mit dem Barcode am Automaten anmelden und bekamen direkt die vier Bordkarten gedruckt. Danach ging es einmal komplett auf die andere Seite des Hafens zur richtigen Schlange — und dann hieß es: warten.

Die Zeit haben wir genutzt, um uns in der ersten Reihe stehend noch Abendessen zu machen. Anschließend haben sich Fiete und Mats bettfertig gemacht, und wir haben es tatsächlich geschafft, dass Mats trotz aller Aufregung hinten im Camper eingeschlafen ist. Für Fiete war es dagegen viel zu spannend: Überall blinkte es, Lastwagen fuhren fast im Sekundentakt an uns vorbei, und dann kam auch noch das Schiff direkt auf uns zu und machte fest. Verständlich, dass man so etwas nicht verpassen will.

Eine verlorene Cap und eine Kabine mit Aussicht

Gegen 20:45 Uhr waren alle Fahrzeuge von Bord. Zuerst durften die Autos aus der Schlange neben uns aufs Schiff, kurz danach waren wir dran. Oben auf der Rampe dann aber erst einmal Stopp: Der zuständige Mitarbeiter hatte seine Cap durch eine Windböe verloren und musste sie erst wieder einsammeln, bevor es für uns weiterging.

Den Camper im Bauch des Schiffes abgestellt, unsere sieben Sachen für die Nacht geschnappt und ab an Deck. Eine kurze Nachfrage bei der Crew, wie das jetzt mit dem Zimmer läuft, brachte die Antwort: Die Bordkarten sind gleichzeitig auch die Zimmerkarten. Also ausprobiert — und es klappte. Um 21 Uhr waren wir in unserer Kabine, und die war super: ein großes Bett, für Fiete ein ausklappbares Hochbett und ein riesiges Fenster mit direktem Blick auf das Außendeck für die Lastwagen, wo noch fleißig aufgefahren wurde.

Lastwagen-Tetris vor der Nase

Mats also schnell ins Bett gelegt, Fiete ebenfalls. Und dann konnten wir Erwachsenen dem Schauspiel zusehen, wie Lastwagen für Lastwagen aufs Schiff fuhr und Momente später direkt vor unserer Nase wie beim Tetris aufgestellt wurde — teilweise so eng, dass die Fahrer zwischen den Lastwagen kaum noch hindurchkamen.

Pünktlich um 22:02 Uhr legten wir ab. Mit einer Drehung in höchster Präzision im engen Hafenbecken ging es los — und für uns kurze Zeit später auch ins Bett.

Sonnenaufgang am Priwall

Der nächste Morgen begann früh: Um 5:30 Uhr meldete sich Connys innerer Wecker. Fiete und Mats wollten natürlich ausgerechnet heute „ausschlafen“, wo wir doch um 6:15 Uhr die Kabine verlassen mussten. Also haben wir erst einmal die im Vergleich zu den letzten Wochen geradezu luxuriöse Dusche ausgenutzt. Und dann ging es ab aufs „Sonnendeck“ — wobei es um 6:25 Uhr, in der Dunkelheit und bei leichtem Wind, nicht ganz dem entsprach, was man sich unter dem Begriff vorstellt. Trotzdem war es wunderschön: Die Sonne erhellte zart den Horizont, während wir am Priwall von Travemünde entlangfuhren. So kann ein Tag starten.

Zuhause

15 Minuten vor der Zeit legte das Schiff an, fünf Minuten vor der Zeit waren wir runter vom Schiff — und 50 Minuten später zuhause. Mit voller Konzentration hat Fabian den Camper noch auf die Auffahrt gezirkelt. Danach hieß es: schnell aufklaren und frühstücken.

Und so endet unsere Reise. Der Camper ist gereinigt und für die Abgabe morgen vorbereitet. Jetzt heißt es für uns: ankommen im Alltag.

Tag 30: Sturmnacht, Ikea an der Quelle und eine Outdoor-Disco auf dem Spielplatz

Unser letzter Tag in Schweden — mit einer unruhigen Nacht, einem Besuch an der Wiege des wohl bekanntesten schwedischen Exportschlagers, einem roten Knopf mit Folgen und dem Weg zur Fähre.

Der alte Tag schüttelt uns noch einmal durch

Bevor der neue Tag überhaupt beginnen konnte, hat uns der alte noch einmal ordentlich durchgeschüttelt. Gegen 23 Uhr zog ein Sturm auf, kurz vor Mitternacht kam noch Regen dazu. Durch das Schaukeln, das Prasseln und ein stetiges Klacken vom Dach des Campers — wir vermuten die Sat-Anlage — war an ruhigen Schlaf nicht wirklich zu denken. Aber auch das gehört eben dazu.

Morgens dann das inzwischen eingespielte Prozedere: abwechselndes Pilgern zum Servicehaus zum Duschen, parallel macht einer Kaffee und Tee, und im Wechsel bereitet der andere schon das Frühstück vor.

Älmhult: Ikea an der Quelle

Heute ging es früh los, denn wir wollten uns den wohl bekanntesten Export Schwedens einmal genauer anschauen: Ikea. Und wo ginge das besser als in Älmhult?

Die Geschichte beginnt allerdings noch früher: Am 28. Juli 1943 meldete der damals erst 17-jährige Ingvar Kamprad sein Unternehmen an. Der Name setzt sich aus seinen Initialen und seiner Herkunft zusammen — Ingvar Kamprad, Elmtaryd (der Hof seiner Familie) und Agunnaryd (sein Heimatdorf in Småland). Anfangs verkaufte er per Versand Alltagsdinge wie Stifte, Streichhölzer und Geldbörsen, erst ab 1948 kamen Möbel dazu. 1956 dann die Idee, die alles verändern sollte: Ein Mitarbeiter schlug vor, die Beine eines Tisches abzuschrauben, um ihn besser transportieren zu können — die Geburtsstunde des flachen Pakets. 1958 eröffnete schließlich in Älmhult das erste Ikea-Möbelhaus, mit 6.700 Quadratmetern damals das größte Möbelgeschäft Skandinaviens. Genau in diesem Gebäude befindet sich heute das Ikea Museum.

Und das war wirklich sehr interessant. Man bekommt einen tollen Einblick, wie aus einem kleinen Versandhandel in Småland ein weltweites Unternehmen geworden ist — und wie viel von der sprichwörtlichen småländischen Sparsamkeit und Pragmatik bis heute in Ikea steckt.

Der rote Knopf und die Outdoor-Disco

Nach dem Museumsbesuch haben wir noch einen Spielplatz gefunden — mit Klettermöglichkeiten, Haltern zum Hängen und Schwingen und einem ominösen roten Knopf. Beide Jungs wurden davon angezogen wie die Motten vom Licht. Bis sich Mats als Erster getraut hat, draufzudrücken — und plötzlich laute Musik anfing zu spielen und sich eine Discokugel drehte. Wohlgemerkt: draußen, mitten auf dem Spielplatz. In Mats‘ Worten: „Ade, ade, ade!“ — was übersetzt so viel heißt wie „Party!“. Und danach stand der Lautsprecher nicht mehr still.

Fiete hat derweil gezeigt, was für eine unfassbar gute Körperspannung er hat. Er ist geklettert, hat sich an den Haltern hochgezogen und im wahrsten Sinne des Wortes geturnt wie ein Weltmeister.

Ein letztes Mal volltanken

So ausgepowert ging es zurück zum Camper und noch einmal knappe 2,5 Stunden nach Trelleborg. Mit nahezu leerem Tank angekommen, haben wir natürlich noch einmal nachgetankt. Denn trotz des Tankpreisrabatts, der morgen in Deutschland in Kraft tritt, ist es hier in Schweden immer noch günstiger. Also: ein letztes Mal Ka-ching und voll machen.

Und dann ging es auch schon ab zum Fährterminal.

Tag 29: Filetstück am Vättern, Zuckerstangen aus Handarbeit und die letzte Nacht im Camper

Ein bewusst ruhiger Tag mit kurzer Fahrt, viel Sonne, einer süßen Tradition und dem Gefühl, dass sich unsere Reise langsam dem Ende zuneigt.

Ein kleiner Platz ganz für uns

Der Campingplatz in Kolmården war verhältnismäßig klein und sehr leer. Nur eine, vielleicht auch zwei Schulgruppen waren vor Ort — allerdings ganz woanders auf dem Gelände und in Hütten untergebracht. Außer dass sie morgens an uns vorbei zum Eingang gepilgert sind, haben wir von ihnen nichts mitbekommen.

Kurze Etappe nach Gränna

Also: Camper vorbereiten und ab nach Gränna. Die Strecke war kurz, keine zwei Stunden — und das ganz bewusst so gewählt. Entsprechend waren wir schon gegen Mittag da.

Der Platz in Gränna ist riesig und simpel gestaltet: eine große Grasfläche, in der Mitte das Servicehaus. Wir hatten uns vorab schon das Filetstück reserviert, mit direktem Blick auf den Vättern, Schwedens zweitgrößten See, und einem Sandstrand direkt vor der Tür. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie hier im Sommer die Hütte brennt. Jetzt, in der Nebensaison, herrschte dagegen gähnende Leere. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir also schnell Tisch und Stühle ausgepackt und draußen zu Mittag gegessen.

Gränna und die Polkagris

Danach ging es zu Fuß direkt in den Ort. Gränna ist in ganz Schweden bekannt für seine rot-weißen Zuckerstangen, die Polkagris — und dahinter steckt eine schöne Geschichte. Die Witwe Amalia Eriksson musste sich nach dem frühen Tod ihres Mannes allein um sich und ihre kleine Tochter kümmern. 1859 erhielt sie die Genehmigung, eine eigene Bäckerei zu eröffnen, und begann dort mit der Herstellung der Zuckerstangen: Zucker, Essig und Wasser wurden erhitzt, ein Teil rot gefärbt, der Rest mit Pfefferminzöl aromatisiert, und das Ganze lange geknetet. Der Name geht vermutlich auf die damals populäre Polka zurück. Aus der kleinen Idee einer Witwe ist ein echtes Wahrzeichen geworden: Die Polkagris gilt heute als Symbol Grännas und als eines der beliebtesten Souvenirs Schwedens, und im Park am Fuße des Grännabergs erinnert eine Statue an Amalia Eriksson.

Zuschauen, wie Zuckerstangen entstehen

In einem der Läden konnten wir dann direkt zuschauen, wie die Zuckerstangen hergestellt werden. Zuerst wird das Rohmaterial aufgekocht und anschließend auf einer beheizten Platte ausgebreitet. Dann wird die Masse mit dem gewünschten Geschmack vermischt und geknetet, bevor durch „Mangeln“ Luft hineingearbeitet wird. Am Ende wird die Masse von Hand mit den eingefärbten Akzenten kombiniert und gerollt. Lange Rollen, viel Rollen — so lange, bis die Stangen endlich die richtige Länge und Form haben.

Davon ganz begeistert konnten wir natürlich nicht widerstehen und haben einmal quer durch die Sorten „geshoppt“.

Hafen, Sonne und Spielplatz

Auf dem Rückweg ging es noch einmal zum Hafen, wo die Fähre zur Insel Visingsö mitten im See gefühlt im 20-Minuten-Takt ablegt. Und danach haben wir noch einmal ausgiebig das schöne Wetter und den Spielplatz genossen.

Die letzte Nacht im Camper

Und nun bricht sie an: unsere letzte Nacht im Camper. Morgen Abend schlafen wir schon an Bord der „MS Peter Pan“ auf dem Weg von Trelleborg nach Travemünde — und danach hat uns unser Zuhause wieder. Daran wollen wir jetzt aber noch nicht denken. Denn morgen steht vorher noch ein kleines Highlight an.

Tag 28: Königshügel, der Burger für den Wanderhelden und eine 80er-Disco im Camper

Ein Tag, an dem wir Strecke machen mussten — mit einem Stopp, der uns ratlos zurückließ, einem lang versprochenen Burger, einem wilden Ritt um Stockholm und einem Hauch Malediven zum Schluss.

Endspurt Richtung Trelleborg

Von Gävle ging es heute zeitig los. Man merkt, dass es jetzt langsam aufs Ende zugeht: Wir müssen „Strecke machen“, um am Mittwoch unsere Fähre ab Trelleborg zu bekommen.

Gamla Uppsala: schön, aber nicht unseres

Erster Stopp des Tages: die Königshügel von Gamla Uppsala. Die drei großen Grabhügel entstanden zwischen 475 und 550 nach Christus, haben einen Durchmesser von 55 bis 70 Metern und sind sieben bis elf Meter hoch. Der Überlieferung nach liegen hier drei Könige der Ynglinger-Dynastie begraben, die Mythologie ordnet sie dagegen den Göttern Thor, Odin und Freyr zu. Vor der Christianisierung war Alt-Uppsala ein bedeutendes heidnisches Kultzentrum, bevor es 1164 zum Erzbischofssitz wurde.

So viel zur Theorie. Aber ganz ehrlich: Wir haben uns alle gefragt, was es uns sagen soll. Schön anzusehen, ja — aber irgendwie hat es uns nicht abgeholt. Also schnell weiter nach Uppsala, noch einmal bei Coop die Vorräte aufgefüllt, und dann ging es zum eigentlichen Ziel des Tages.

Ein Burger-Versprechen wird eingelöst

Das eigentliche Ziel hieß nämlich: Apex Burger. Nach Fietes hammermäßiger Leistung bei der Wanderung an der Höga Kusten wollten wir ihm eigentlich schon damals abends einen Burger spendieren. Leider hatte das Restaurant bei der FriluftsByn damals geschlossen. Jetzt war endlich die Chance da, ihm diesen Wunsch zu erfüllen.

Apex Burger ist ein Foodtruck auf dem Ikea-Parkplatz. Was eher zwielichtig klingt, war erstaunlich gut: ein super leckeres Bun, hammermäßig leckere Patties — und, besonders für unsere Pommes-Queen Conny ein Highlight, knusprige und richtig gut gewürzte Pommes.

Wilder Ritt um Stockholm

So gestärkt mussten wir noch rund 2,5 Stunden von Uppsala Richtung Norrköping fahren — und damit einmal durch beziehungsweise um Stockholm herum. Und das war wild, wirklich sehr wild. Hier wird gefahren, wie man will, der Sicherheitsabstand war manchmal so breit wie eine Zeitung. Halleluja, war das stressig! Fabian hat das gut und souverän gemeistert, aber irgendwie waren wir danach alle vier ordentlich aufgedreht.

Die 80er angerufen: Mini-Disco im Camper

Was macht man in so einer Situation am besten? Man ruft die 80er an und holt sich deren Musik ins Fahrzeug. So wurde aus dem Camper kurzerhand eine Mini-Disco. Ob wir Fiete und Mats damit nachhaltig verstört haben, wissen wir nicht — aber das musste einfach mal raus. Es hat allen Spaß gemacht und gutgetan.

Trotzdem war der Tag anstrengend, besonders für Mats. Der war am Limit, hat es aber richtig gut gemeistert.

Schweden meets Malediven

Kurz vor der Ankunft in Kolmården, am Campingplatz unserer vorletzten Nacht im Camper, haben wir dann noch die schwedischen Malediven entdeckt — zumindest ansatzweise. Auf den letzten Metern vor dem Platz reihten sich bestimmt 500 Meter lang Häuser direkt am Strand und auf Stelzen über dem Wasser, dicht an dicht. Eben: Schweden meets Malediven.

Morgen wird es dann eher ein ruhigerer Tag — leider auch deshalb, weil unser eigentliches Ziel, der Kolmården Djurpark, schon im Winterprogramm ist und nur noch am Wochenende geöffnet hat.

Tag 27: Leuchtende Züge, eine unheimliche Glasplatte und Holzeisenbahn-Glück in Gävle

Ein kurzer Fahrtag mit einem Museumsbesuch, der uns durch 170 Jahre schwedische Eisenbahngeschichte geführt hat — und bei dem ein kleiner Schritt für Mats ein ganz großer war.

Von Sundsvall nach Gävle

Heute ging es von Sundsvall weiter nach Gävle. Kurz vor dem Ziel stand noch ein Stopp auf dem Programm: das Järnvägsmuseet, Schwedens nationales Eisenbahnmuseum. Gegründet wurde es bereits 1915 in Stockholm, 1970 zog es nach Gävle um. 2017 wurde es für eine eigentlich auf zwei Jahre angesetzte Renovierung geschlossen — durch eine Regierungskrise und die Corona-Pandemie hat es dann aber bis 2024 gedauert, bis es wieder öffnen konnte. Entsprechend frisch und modern wirkt heute alles. Für Kinder ist der Eintritt kostenfrei, die Erwachsenen waren mit jeweils weniger als 10 Euro dabei — ein fairer Kurs.

Mindestens sechs strahlende Augen

Schon vor dem Eingang standen zwei toll restaurierte Züge, und zwar mit eingeschalteter Beleuchtung. Da fingen mindestens sechs Augen sofort an zu strahlen.

Die Ausstellung selbst befindet sich stilecht in einem alten Lokschuppen, der aber wirklich toll hergerichtet wurde. In sechs Bereichen, von denen jeder einer eigenen Epoche gewidmet ist, geht es einmal quer durch die Geschichte der Eisenbahn in Schweden — beginnend mit dem ersten Zug, der je im Land gefahren ist. Insgesamt umfasst die Sammlung des Museums mehr als 100 Lokomotiven und rund 150 Waggons.

Ein kleiner Schritt für Mats

Irgendwo in Bereich drei gab es dann eine mit Glas abgedeckte Arbeitsgrube, in der Werkzeuge und Arbeitsmittel ausgestellt waren. Was für Fiete, Conny und Fabian ganz selbstverständlich war — einfach drüberlaufen —, war es für Mats ganz und gar nicht. Er blieb steif stehen. Das war ihm unheimlich, und er hat sich keinen Schritt nach vorne getraut. Als Conny ihn an die Hand nahm, war die richtig schwitzig.

Wir haben ihn dann behutsam motiviert, doch mal einen Schritt zu wagen. Und man konnte richtig sehen, wie es in ihm gerattert hat — bis es irgendwann „Klick“ gemacht hat und er losgelaufen ist. Herrlich anzusehen.

Holzeisenbahn-Glück für die Jungs

Die Ausstellung war informativ und gut gemacht. In ein paar Züge konnte man sogar einsteigen, und vieles war auf Schwedisch und Englisch beschrieben — insgesamt aber doch eher auf Erwachsene ausgerichtet. Dafür gab es im zentralen Bereich einen ganz tollen Spielbereich für Kinder, natürlich stilecht mit Holzeisenbahnen. Fiete und Mats haben die Chance direkt ergriffen und ganz toll gemeinsam mit den Zügen gespielt.

Zum Abschluss haben wir uns noch den Außenbereich angeschaut. Leider auch hier: Die Hauptsaison ist vorbei, und Attraktionen wie die Mini-Bahn, die sonst über das Gelände fährt, waren nicht mehr in Betrieb.

Nach dem kurzweiligen Nachmittag ging es dann nur noch den kurzen Weg zum Campingplatz.

Tag 26: Durch einen pupsenden Po, ein Mini-Bagger und Conny, die Meisterin der Gedankenkraft

Ein spontaner Museumsbesuch, der alle vier gleichermaßen begeistert hat, eine kleine Technik-Panne am Campingplatz — und am Ende ein Abendessen in erster Reihe, ganz für uns allein.

Spontaner Stopp in Härnösand

Auf dem Weg nach Sundsvall haben wir spontan in Härnösand angehalten, um das Technichus zu besuchen. Das Science Center erstreckt sich über zwei Etagen und rund 2.000 Quadratmeter voller Mitmach-Ausstellungen, die Wissenschaft und Technik für Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielerisch erlebbar machen sollen. Und das Versprechen hat es für uns alle vier eingelöst.

Bemerkenswert fanden wir schon den Anfang: Direkt am Eingang zieht man sich die Schuhe aus, der ganze Rundgang findet barfuß statt. Eine richtig gute Idee — gerade mit Kindern, die ohnehin überall hochklettern und durchkrabbeln wollen.

Pups-Alarm und fließendes Wasser

Fiete war direkt am ersten Ausstellungsbereich Feuer und Flamme, denn dort ging es um die Verdauung. Verschiedene Pups-Arten wurden dargestellt, und man konnte durch einen überdimensionalen Po klettern, der dabei auch noch passende Geräusche von sich gab. Mehr geht in dem Alter scheinbar nicht.

Mats dagegen hatte es besonders der große Tisch mit fließendem Wasser angetan, an dem er sich kaum sattsehen konnte. Und am Ende des Rundgangs warteten noch Windspiele mit Röhren, durch die man Tücher schicken konnte — die dann jedes Mal an einer anderen Öffnung wieder herauskamen. Das war vielleicht spannend!

Das Highlight für alle: ein echter Mini-Bagger

Der absolute Höhepunkt für alle vier wartete aber im Untergeschoss: ein voll funktionsfähiger Mini-Bagger. Mit einem Greifer konnte man Holzstämme aufnehmen und auf einen Aufleger legen — und dabei war ordentlich Fingerspitzengefühl gefragt. Hier wollte keiner so schnell wieder weg.

Brainball: Wer es mehr will, gewinnt

Spannend war auch das sogenannte Brainball, ein Fokusspiel, bei dem über ein Stirnband die Hirnaktivität gemessen wird. Zwei Spieler sitzen sich gegenüber und bewegen eine Kugel quasi per Willenskraft — wer entspannter und konzentrierter ist, schiebt sie auf die Seite des Gegners. Conny hat dabei sämtliche Runden gewonnen. Respekt!

Direkt daneben gab es eine interaktive Kletterwand, an der man verschiedene Spiele spielen konnte. Conny und Fiete haben sich für das „Rubine-Sammeln“ auf Zeit entschieden: Zufällig leuchten einzelne Klettergriffe auf, die man dann so schnell wie möglich berühren muss, um sie einzusammeln. Da sind beide ordentlich ins Schwitzen gekommen.

Check-in mit Hindernissen in Sundsvall

Im Anschluss ging es weiter nach Sundsvall, wo uns dann leider die Technik einen Streich spielte — diesmal ausnahmsweise nicht unsere, sondern die vom Campingplatz. In der Nebensaison ist die Rezeption am Wochenende nicht mehr besetzt. Eigentlich hätte man online einchecken und anschließend einen Code zugeschickt bekommen sollen, um die Zugangskarte aus einem Tresor zu nehmen. Hat nur leider alles nicht geklappt. Entsprechend hatte sich vor dem Check-in schon eine kleine Schlange gebildet — aber niemand kam auf die Idee, einfach mal die Hotline anzurufen. Außer uns. Und dort wurde uns recht zügig und pragmatisch geholfen.

Erste Reihe, ganz allein

In der Zwischenzeit hatte Conny schon mal das Abendessen vorbereitet. Und kurze Zeit später standen wir direkt in erster Reihe, ganz allein und ohne Nachbarn, mit Blick auf eine kleine Bucht — und konnten sogar draußen essen. Man merkt eben, dass wir wieder ein ganzes Stück weiter südlich sind.

Tag 25: Kampfjets über dem Campingplatz, IKEA-Möbel live und ein „Wurst-Case“

Ein Fahrtag von Luleå nach Umeå, der mit einer lauten Erklärung für den Vorabend begann, uns unterwegs echten IKEA-Namensgebern begegnen ließ und mit einem Werbeschild endete, das für Lachtränen sorgte.

Kampfjets über dem Campingplatz: die Auflösung

Zunächst aber noch ein Nachtrag zum gestrigen Abend, der uns ziemlich beschäftigt hatte: Bis nach 21 Uhr waren mehrfach Kampfjets über unseren Campingplatz geflogen, teils recht tief, teils richtig schnell. Des Rätsels Lösung fanden wir erst am nächsten Tag: Ganz in der Nähe liegt Kallax, der Flugplatz von Luleå, seit 1941 Heimat des Norrbotten Wing (F 21) der schwedischen Luftwaffe. Dort sind unter anderem JAS-39-Gripen-Kampfjets stationiert, und genau hier findet nach der Grundausbildung an der Flugschule die abschließende Einsatzausbildung schwedischer Kampfpiloten statt. Kein Wunder also, dass am Himmel über uns so viel los war.

IKEA-Möbel live erlebt

Und wo wir schon bei Kallax sind: Auf dem Weg sind wir tatsächlich an dem gleichnamigen Ort vorbeigefahren — und uns ist dabei aufgefallen, dass wir hier schon einige „Ikea-Möbel“ in echt entdeckt haben. Kein Zufall, denn der winzige, nur aus ein paar Häusern bestehende Ort bei Luleå ist tatsächlich der Namensgeber des bekannten Ikea-Regalsystems. Ikea folgt bei der Namensgebung nämlich einem festen System: Betten und Kleiderschränke bekommen norwegische Ortsnamen, Bücherregale, Sofas und Couchtische wie eben Kallax schwedische, Esstische und Stühle finnische, Teppiche dänische. Wer durch Nordschweden fährt, kommt am Möbelhaus-Bingo also kaum vorbei.

Kühlfach-Tetris am Morgen

Gestern hatten wir ja mit dem 70-Prozent-Rabatt-Eis ordentlich zugeschlagen — und es dann nur mit einiger Mühe überhaupt ins Eisfach vom Camper gequetscht. Entsprechend stand heute Morgen erst mal Kühlfach-Tetris auf dem Programm: alles neu sortieren und dabei das über die Reise angesammelte Kondenswasser-Eis abkratzen, um noch etwas mehr Platz herauszuholen. Den so gewonnenen Raum haben wir dann beim Check-out prompt mit weiterem, zusätzlichem Eis aufgefüllt. Jetzt könnte es wirklich bis zur deutschen Grenze reichen.

„Huiiii, huiiii“ zum Frühstück

Mittendrin, beim Blick aus dem Fenster, hatte Mats morgens noch für den Lacher des Tages gesorgt: begeistert rief er „Huiiii, huiiii!“ — gemeint war die Rutsche, die er vom Camper aus entdeckt hatte. „Hui“ ist bei ihm inzwischen das feste Wort für Rutschen überhaupt, weil wir immer „Hui!“ rufen, wenn er runterrutscht — für Mats sind Rutschen also schlicht „Hui“. Heute Morgen hat er es aber besonders herzlich und voller Vorfreude gesagt.

Weiter nach Umeå und ein „Wurst-Case“

So gestärkt und bevorratet ging es weiter nach Umeå — rund 250 Kilometer in etwa 3,5 Stunden, inklusive einer großen Baustelle auf der E4. Man merkte deutlich, dass wir aus Norrland raus waren: wieder spürbar mehr Blitzer am Straßenrand. Auf der Strecke, etwa auf Höhe Norrböle, sorgte dann noch ein Werbeschild für Lachtränen bei Conny und Fabian: etwas Schwedisches, dazu halb spielerisch aufs Deutsche gemünzt „Wurst-Case“ — offenbar Werbung für einen Schlachter. Herrlich.

Wettertechnisch blieb der Tag dagegen wenig aufregend: kalter Nieselregen bei der Abfahrt in Luleå, kalter Nieselregen bei der Ankunft in Umeå.

Tag 24: Storforsen von unten, ein Aufsetzer und 70 Prozent auf das ganze Eisfach

Ein Tag zwischen tosendem Wasser, einem ärgerlichen Camper-Malheur und einem versöhnlichen Schnäppchen zum Abschluss.

Wieder keine Polarlichter — und zurück südlich des Polarkreises

Auch in dieser Nacht gab es leider keine Polarlichter, der Himmel war komplett bewölkt. Morgens nach dem Frühstück konnten Fiete und Mats noch einmal spielen, dann ging es los. Erster kurzer Stopp: der Polarkreis-Rastplatz — denn ab jetzt sind wir wieder südlich des Polarkreises unterwegs.

Storforsen: pure Kraft von unten erlebt

Danach ging es weiter Richtung Storforsen, den mit durchschnittlich 187 Kubikmetern pro Sekunde wasserreichsten Stromschnellen Europas. Über eine Strecke von rund fünf Kilometern stürzt der Piteälven hier insgesamt 82 Meter in die Tiefe, an einer Stelle sogar in einem einzelnen, 60 Meter hohen Fall — früher zum Flößen von Holz genutzt, heute Teil eines Naturreservats.

Fabian hatte grob ein Ziel direkt neben dem Wasserverlauf eingegeben, was sich als nicht der offizielle Parkplatz herausstellte. Im Nachhinein war das aber goldrichtig, denn so konnten wir uns dem Spektakel von unten nähern. Wir vier kamen aus dem Staunen nicht heraus: Es war laut, hat gerauscht und gezischt — einfach eine pure Naturgewalt, die man da zu sehen bekommt. Als der Weg dann gesperrt war, sind wir umgekehrt, zurück zum Camper, um es diesmal über den offiziellen Parkplatz zu versuchen.

Der Aufsetzer, der die Kaution in Gefahr bringt

Kurz vor dem Ziel spann Google Maps dann etwas: An einer Abzweigung wollte Fabian nach links, der asphaltierten Straße folgen. Google Maps zeigte stattdessen nach rechts, auf einen Feldweg. Kurzer Stopp, nochmal nachgeschaut — ja, es sollte tatsächlich nach rechts gehen, in den engen Feldweg. Also losgerollt — rumms! Was Fabian nicht gesehen hatte: einen Absatz zwischen Asphalt und Feldweg. Der extrem lange Überhang des Campers ist dabei mächtig aufgesetzt.

Nach ein paar Metern war klar, dass der Feldweg ohnehin nicht richtig sein konnte — also zurück, diesmal vorsichtig, und auf die asphaltierte Straße. Diesmal ging es tatsächlich zum offiziellen Parkplatz. Dort sah man dann leider das Ergebnis: Auf der Beifahrerseite hatte sich die Schürze samt Rücklicht hinten losgerissen, das Rücklicht ist leicht angebrochen. Mal schauen, was der Vermieter bei der Rückgabe dazu sagen wird — die Kaution ist in ernster Gefahr. Die Laune haben wir uns davon aber nicht trüben lassen, nützt ja jetzt auch nichts. Passiert ist passiert. Wir sind trotzdem losgezogen und haben uns das Spektakel Storforsen noch einmal von oben angesehen. Urteil: nicht minder eindrucksvoll.

Riesen-Einkauf und ein Eisfach zum Bersten

Auf dem Weg zum Campingplatz ging es dann noch in den mit Abstand größten Coop-Supermarkt der bisherigen Reise, um für die letzte Woche noch einmal die Vorräte aufzufüllen — in der Hoffnung, jetzt nicht mehr groß einkaufen zu müssen. Danach ab zum Platz, der uns gleich mit einer schönen Nachricht begrüßte: „Die Saison geht zu Ende, wir haben noch massig Eis — daher: 70 Prozent Rabatt.“ Wer kann da schon Nein sagen? Und so platzt jetzt auch unser Eisfach aus allen Nähten. Und Fabian wird seinen Frust über den Aufsetzer heute Abend wohl in Eis ertränken.