Unser letzter Tag in Schweden — mit einer unruhigen Nacht, einem Besuch an der Wiege des wohl bekanntesten schwedischen Exportschlagers, einem roten Knopf mit Folgen und dem Weg zur Fähre.
Der alte Tag schüttelt uns noch einmal durch
Bevor der neue Tag überhaupt beginnen konnte, hat uns der alte noch einmal ordentlich durchgeschüttelt. Gegen 23 Uhr zog ein Sturm auf, kurz vor Mitternacht kam noch Regen dazu. Durch das Schaukeln, das Prasseln und ein stetiges Klacken vom Dach des Campers — wir vermuten die Sat-Anlage — war an ruhigen Schlaf nicht wirklich zu denken. Aber auch das gehört eben dazu.
Morgens dann das inzwischen eingespielte Prozedere: abwechselndes Pilgern zum Servicehaus zum Duschen, parallel macht einer Kaffee und Tee, und im Wechsel bereitet der andere schon das Frühstück vor.
Älmhult: Ikea an der Quelle
Heute ging es früh los, denn wir wollten uns den wohl bekanntesten Export Schwedens einmal genauer anschauen: Ikea. Und wo ginge das besser als in Älmhult?
Die Geschichte beginnt allerdings noch früher: Am 28. Juli 1943 meldete der damals erst 17-jährige Ingvar Kamprad sein Unternehmen an. Der Name setzt sich aus seinen Initialen und seiner Herkunft zusammen — Ingvar Kamprad, Elmtaryd (der Hof seiner Familie) und Agunnaryd (sein Heimatdorf in Småland). Anfangs verkaufte er per Versand Alltagsdinge wie Stifte, Streichhölzer und Geldbörsen, erst ab 1948 kamen Möbel dazu. 1956 dann die Idee, die alles verändern sollte: Ein Mitarbeiter schlug vor, die Beine eines Tisches abzuschrauben, um ihn besser transportieren zu können — die Geburtsstunde des flachen Pakets. 1958 eröffnete schließlich in Älmhult das erste Ikea-Möbelhaus, mit 6.700 Quadratmetern damals das größte Möbelgeschäft Skandinaviens. Genau in diesem Gebäude befindet sich heute das Ikea Museum.
Und das war wirklich sehr interessant. Man bekommt einen tollen Einblick, wie aus einem kleinen Versandhandel in Småland ein weltweites Unternehmen geworden ist — und wie viel von der sprichwörtlichen småländischen Sparsamkeit und Pragmatik bis heute in Ikea steckt.
Der rote Knopf und die Outdoor-Disco
Nach dem Museumsbesuch haben wir noch einen Spielplatz gefunden — mit Klettermöglichkeiten, Haltern zum Hängen und Schwingen und einem ominösen roten Knopf. Beide Jungs wurden davon angezogen wie die Motten vom Licht. Bis sich Mats als Erster getraut hat, draufzudrücken — und plötzlich laute Musik anfing zu spielen und sich eine Discokugel drehte. Wohlgemerkt: draußen, mitten auf dem Spielplatz. In Mats‘ Worten: „Ade, ade, ade!“ — was übersetzt so viel heißt wie „Party!“. Und danach stand der Lautsprecher nicht mehr still.
Fiete hat derweil gezeigt, was für eine unfassbar gute Körperspannung er hat. Er ist geklettert, hat sich an den Haltern hochgezogen und im wahrsten Sinne des Wortes geturnt wie ein Weltmeister.
Ein letztes Mal volltanken
So ausgepowert ging es zurück zum Camper und noch einmal knappe 2,5 Stunden nach Trelleborg. Mit nahezu leerem Tank angekommen, haben wir natürlich noch einmal nachgetankt. Denn trotz des Tankpreisrabatts, der morgen in Deutschland in Kraft tritt, ist es hier in Schweden immer noch günstiger. Also: ein letztes Mal Ka-ching und voll machen.
Und dann ging es auch schon ab zum Fährterminal.