Ein Tag zwischen tosendem Wasser, einem ärgerlichen Camper-Malheur und einem versöhnlichen Schnäppchen zum Abschluss.
Wieder keine Polarlichter — und zurück südlich des Polarkreises
Auch in dieser Nacht gab es leider keine Polarlichter, der Himmel war komplett bewölkt. Morgens nach dem Frühstück konnten Fiete und Mats noch einmal spielen, dann ging es los. Erster kurzer Stopp: der Polarkreis-Rastplatz — denn ab jetzt sind wir wieder südlich des Polarkreises unterwegs.
Storforsen: pure Kraft von unten erlebt
Danach ging es weiter Richtung Storforsen, den mit durchschnittlich 187 Kubikmetern pro Sekunde wasserreichsten Stromschnellen Europas. Über eine Strecke von rund fünf Kilometern stürzt der Piteälven hier insgesamt 82 Meter in die Tiefe, an einer Stelle sogar in einem einzelnen, 60 Meter hohen Fall — früher zum Flößen von Holz genutzt, heute Teil eines Naturreservats.
Fabian hatte grob ein Ziel direkt neben dem Wasserverlauf eingegeben, was sich als nicht der offizielle Parkplatz herausstellte. Im Nachhinein war das aber goldrichtig, denn so konnten wir uns dem Spektakel von unten nähern. Wir vier kamen aus dem Staunen nicht heraus: Es war laut, hat gerauscht und gezischt — einfach eine pure Naturgewalt, die man da zu sehen bekommt. Als der Weg dann gesperrt war, sind wir umgekehrt, zurück zum Camper, um es diesmal über den offiziellen Parkplatz zu versuchen.
Der Aufsetzer, der die Kaution in Gefahr bringt
Kurz vor dem Ziel spann Google Maps dann etwas: An einer Abzweigung wollte Fabian nach links, der asphaltierten Straße folgen. Google Maps zeigte stattdessen nach rechts, auf einen Feldweg. Kurzer Stopp, nochmal nachgeschaut — ja, es sollte tatsächlich nach rechts gehen, in den engen Feldweg. Also losgerollt — rumms! Was Fabian nicht gesehen hatte: einen Absatz zwischen Asphalt und Feldweg. Der extrem lange Überhang des Campers ist dabei mächtig aufgesetzt.
Nach ein paar Metern war klar, dass der Feldweg ohnehin nicht richtig sein konnte — also zurück, diesmal vorsichtig, und auf die asphaltierte Straße. Diesmal ging es tatsächlich zum offiziellen Parkplatz. Dort sah man dann leider das Ergebnis: Auf der Beifahrerseite hatte sich die Schürze samt Rücklicht hinten losgerissen, das Rücklicht ist leicht angebrochen. Mal schauen, was der Vermieter bei der Rückgabe dazu sagen wird — die Kaution ist in ernster Gefahr. Die Laune haben wir uns davon aber nicht trüben lassen, nützt ja jetzt auch nichts. Passiert ist passiert. Wir sind trotzdem losgezogen und haben uns das Spektakel Storforsen noch einmal von oben angesehen. Urteil: nicht minder eindrucksvoll.
Riesen-Einkauf und ein Eisfach zum Bersten
Auf dem Weg zum Campingplatz ging es dann noch in den mit Abstand größten Coop-Supermarkt der bisherigen Reise, um für die letzte Woche noch einmal die Vorräte aufzufüllen — in der Hoffnung, jetzt nicht mehr groß einkaufen zu müssen. Danach ab zum Platz, der uns gleich mit einer schönen Nachricht begrüßte: „Die Saison geht zu Ende, wir haben noch massig Eis — daher: 70 Prozent Rabatt.“ Wer kann da schon Nein sagen? Und so platzt jetzt auch unser Eisfach aus allen Nähten. Und Fabian wird seinen Frust über den Aufsetzer heute Abend wohl in Eis ertränken.