Ein kurzer Fahrtag mit einem Museumsbesuch, der uns durch 170 Jahre schwedische Eisenbahngeschichte geführt hat — und bei dem ein kleiner Schritt für Mats ein ganz großer war.
Von Sundsvall nach Gävle
Heute ging es von Sundsvall weiter nach Gävle. Kurz vor dem Ziel stand noch ein Stopp auf dem Programm: das Järnvägsmuseet, Schwedens nationales Eisenbahnmuseum. Gegründet wurde es bereits 1915 in Stockholm, 1970 zog es nach Gävle um. 2017 wurde es für eine eigentlich auf zwei Jahre angesetzte Renovierung geschlossen — durch eine Regierungskrise und die Corona-Pandemie hat es dann aber bis 2024 gedauert, bis es wieder öffnen konnte. Entsprechend frisch und modern wirkt heute alles. Für Kinder ist der Eintritt kostenfrei, die Erwachsenen waren mit jeweils weniger als 10 Euro dabei — ein fairer Kurs.
Mindestens sechs strahlende Augen
Schon vor dem Eingang standen zwei toll restaurierte Züge, und zwar mit eingeschalteter Beleuchtung. Da fingen mindestens sechs Augen sofort an zu strahlen.
Die Ausstellung selbst befindet sich stilecht in einem alten Lokschuppen, der aber wirklich toll hergerichtet wurde. In sechs Bereichen, von denen jeder einer eigenen Epoche gewidmet ist, geht es einmal quer durch die Geschichte der Eisenbahn in Schweden — beginnend mit dem ersten Zug, der je im Land gefahren ist. Insgesamt umfasst die Sammlung des Museums mehr als 100 Lokomotiven und rund 150 Waggons.
Ein kleiner Schritt für Mats
Irgendwo in Bereich drei gab es dann eine mit Glas abgedeckte Arbeitsgrube, in der Werkzeuge und Arbeitsmittel ausgestellt waren. Was für Fiete, Conny und Fabian ganz selbstverständlich war — einfach drüberlaufen —, war es für Mats ganz und gar nicht. Er blieb steif stehen. Das war ihm unheimlich, und er hat sich keinen Schritt nach vorne getraut. Als Conny ihn an die Hand nahm, war die richtig schwitzig.
Wir haben ihn dann behutsam motiviert, doch mal einen Schritt zu wagen. Und man konnte richtig sehen, wie es in ihm gerattert hat — bis es irgendwann „Klick“ gemacht hat und er losgelaufen ist. Herrlich anzusehen.
Holzeisenbahn-Glück für die Jungs
Die Ausstellung war informativ und gut gemacht. In ein paar Züge konnte man sogar einsteigen, und vieles war auf Schwedisch und Englisch beschrieben — insgesamt aber doch eher auf Erwachsene ausgerichtet. Dafür gab es im zentralen Bereich einen ganz tollen Spielbereich für Kinder, natürlich stilecht mit Holzeisenbahnen. Fiete und Mats haben die Chance direkt ergriffen und ganz toll gemeinsam mit den Zügen gespielt.
Zum Abschluss haben wir uns noch den Außenbereich angeschaut. Leider auch hier: Die Hauptsaison ist vorbei, und Attraktionen wie die Mini-Bahn, die sonst über das Gelände fährt, waren nicht mehr in Betrieb.
Nach dem kurzweiligen Nachmittag ging es dann nur noch den kurzen Weg zum Campingplatz.