Tag 23: Ein Ruhetag in Jokkmokk, Könige auf der Hauptstraße und ein zweites Schoko-Fondue

Ein Tag ganz ohne große Fahrstrecke — dafür mit Stadtspaziergang, Sauna und einem fertigen Lego-Camper.

Eine weitere Nacht in Jokkmokk

Um die Chancen auf Polarlichter aufrechtzuerhalten, bleiben wir noch eine Nacht länger in Jokkmokk — die Zeit dafür haben wir uns durch den verkürzten Aufenthalt auf den Lofoten „erspart“. Der Platz hier ist wirklich toll: sehr groß, einige andere Camper stehen zwar da, aber es fällt kaum auf. Dazu tolle Servicegebäude mit einer eigenen Eltern-Kind-Dusche, alles gut beheizt und sehr sauber. Aus unserer Sicht ein wirklich deutlicher Unterschied zu den norwegischen Plätzen.

Könige auf der Hauptstraße

Frühmorgens hat es noch geregnet, aber nach dem Frühstück kam die Sonne raus. Also direkt zu Fuß die zwei Kilometer nach Jokkmokk und die Stadt erkundet. Besonders aufgefallen ist uns dabei ein Gymnasium — mit auffällig vielen Autos, die das rote Dreieck der A-Traktoren trugen. In der Pause fuhren die Schüler damit die Hauptstraße rauf und runter, mit ohrenbetäubend lauter Musik. Man sah ihnen die Freude förmlich an: Sie fühlten sich wie Könige und Königinnen.

Sauna, Spielplatz und Reiseplanung

Gegen Mittag ging es zurück zum Platz, und das schöne Wetter wurde weiter ausgenutzt: Fiete und Mats haben draußen gespielt, Conny hat sich in die Sauna zurückgezogen, und Fabian hat die Zeit genutzt, um Reiseblog-Einträge zu formulieren, die kommenden Plätze zu reservieren und die nächsten Tage zu planen.

Lego-Camper und ein zweites Schoko-Fondue

Als es dann langsam zuzog und anfing zu nieseln, ging es zurück in den Camper. Dort konnte Fiete endlich seinen Lego-Camper fertigbauen. Und weil ein guter Tag noch besser werden kann, gab es spontan noch ein zweites Schoko-Fondue, ehe der Tag beim gemeinsamen Abendessen ausklang.

Tag 22: Eine 21-Kilometer-Baustelle, bemalte Wehrtore und die Rutsche als beste Freundschaft

Keine Polarlichter, dafür Frost

Die Nacht blieb für uns ohne Polarlichter — dafür gab es morgens den ersten richtigen Frost. Zeit, sich warm einzupacken und weiterzuziehen.

21 Kilometer Baustelle: Schweden sind beinhart

Highlight — oder besser gesagt Tiefpunkt — der heutigen Fahrt: eine 21 Kilometer lange Baustelle. Und dabei zeigt sich mal wieder: Die Schweden sind beinhart. Man fährt hier nicht drumherum, sondern mitten durch — der Untergrund ist dabei oft mehr Offroad-Piste als Straße. Erlaubt sind 50 km/h, wir sind teilweise freiwillig mit 30 unterwegs. Nicht alle Schweden sehen das allerdings genauso entspannt: Einige überholen einfach mitten in der Baustelle.

Auch heute wieder aufgefallen: Autos mit einem roten Dreieck am Heck. Das steht für gedrosselte Fahrzeuge, sogenannte A-Traktoren — ein echtes schwedisches Kulturphänomen. Ursprünglich in den 1920er-Jahren als landwirtschaftliches Hilfsfahrzeug entstanden, sind A-Traktoren heute bei Jugendlichen ab 15 Jahren extrem beliebt, denn mit dem entsprechenden Führerschein darf man sie schon vor dem regulären Autoführerschein fahren. Technisch auf 30 km/h gedrosselt — meist über ein zusätzliches Getriebe oder elektronisch —, sind es oft uralte Autos, liebevoll (oder weniger liebevoll) frisiert: tiefergelegt bis es schleift, mit lautem Auspuff. Schön auf dicke Hose machen, trotz Tempo 30.

Wasserkraft mit Kunst am Wehr

Rund 260 Kilometer waren wir heute über 3,5 Stunden unterwegs — vor allem dank der Monster-Baustelle. Kurz vor Jokkmokk kamen wir an zwei Wasserkraftwerken vorbei, das zweite davon, das Kraftwerk Akkats, richtig hübsch anzusehen: Die beiden Tore der Wehranlage wurden vom schwedischen Künstler Bengt Lindström vollflächig bemalt. Das zwischen 1969 und 1973 erbaute Kraftwerk am Lilla Luleälven leistet heute rund 150 Megawatt — und beweist, dass auch Infrastruktur durchaus schön aussehen kann.

Jokkmokk: die beste Rutsch-Freundschaft der Welt

In Jokkmokk angekommen, erwartete uns ein toller Campingplatz mit einem noch tolleren Spielplatz. Und dort gab es die Szene des Tages: Fiete rutscht die Rutsche runter, Mats kommt ans Rutschenende und wartet geduldig auf ihn. Fiete nimmt daraufhin eine andere Rutsche — Mats wartet trotzdem brav an der ersten, ruft nach ihm. Und als er merkt, dass Fiete eine andere Rutsche genommen hat, läuft er sofort zu ihm hinüber. So haben die beiden den ganzen Nachmittag draußen miteinander gespielt — ein wirklich schöner Anblick, wie sehr die beiden inzwischen zusammenhalten.

Tag 21: Ausgleichsklötze, ein Bergwerk auf Wanderschaft und ein Lego-Camper

Der Campingplatz: alles andere als 08/15

Angekommen auf dem Campingplatz wurde gleich klar: Das hier ist nicht 08/15. Eine richtige Rezeption, ein eigenes Gym mit Paddel-Halle und Sauna — alles inklusive. Dafür aber preislich noch immer unter dem, was wir zuletzt in Norwegen für die Plätze bezahlt haben.

Der Platz war diesmal nicht gerade eben, also kamen zum ersten Mal überhaupt die Ausgleichsklötze für die Vorderräder zum Einsatz. Wichtiger Tipp für die Nachwelt: Wenn die Frau „Stop“ ruft, sollte man nicht noch 30 Zentimeter weiterrollen. Denn dann fährt man auf der anderen Seite vom Klotz wieder runter und steht genau da, wo man vorher schon stand.

Die Sache mit den laufenden Motoren

Nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat sich derweil eine französische Männergruppe auf dem Platz. Wir standen direkt neben dem Servicehaus, die Wege hier sind wirklich nicht weit — aber die Franzosen fanden trotzdem, man müsse zum Abendessen doch lieber mit dem Camper direkt vor die Haustür fahren. Es ist ja auch wirklich kalt mit 4 Grad am Abend. Also: Camper quasi neben unseren gestellt — und damit es nach dem gemeinsamen Kochen und Essen im Servicehaus im Camper nicht zu kalt wird, lässt man eben Motor und Heizung einfach laufen. Nach 45 Minuten ist Fabian dann mal rüber und hat gefragt, ob das wirklich sein müsse. Musste es nicht — und endlich war es ruhig. Manche Camper sind eben anders als andere.

Kiruna: eine Stadt zieht um

Am nächsten Morgen ging es, dick angezogen, nach Kiruna in die Stadtmitte, um zu schauen, was hier in den letzten Jahren alles neu entstanden ist. Und das ist eine ganze Menge, denn Kiruna erlebt gerade etwas historisch Einmaliges: Die 1900 für den Eisenerzabbau gegründete Stadt liegt direkt über der gewaltigen Lagerstätte der LKAB-Mine, die inzwischen bis auf 1.365 Meter unter dem einstigen Berggipfel reicht. Mit fortschreitendem Abbau senkt sich der Boden über der Grube nach und nach ab — Stück für Stück kollabiert das Gelände, in dem einmal die Innenstadt stand. Schon seit 2004 wird deshalb an einer Lösung gearbeitet, 2011 fiel die Entscheidung: Das komplette Zentrum wird rund drei Kilometer weiter östlich, in Richtung Tuolluvaara, neu aufgebaut. Das neue Rathaus ist bereits seit 2018 in Betrieb, das neue Stadtzentrum wurde 2022 eröffnet, und selbst die 672 Tonnen schwere historische Holzkirche wurde inzwischen komplett versetzt. Am Ende müssen rund zwei Drittel der Einwohner umziehen — Kosten und Entschädigungen trägt vollständig die LKAB, die mit rund 85.000 Tonnen Erz pro Tag immerhin für 80 Prozent der europäischen Eisenerzproduktion verantwortlich ist und der größte Arbeitgeber der Region bleibt.

Luossavaara: kein Gipfelsturm, aber eine grandiose Aussicht

Danach wollte Fabian noch auf eine Aussichtsplattform, die von Weitem so aussah. Herausgestellt hat es sich als Ski- und Bikegebiet: der Luossavaara, ein 724 Meter hoher Hausberg Kirunas, der früher selbst Standort einer LKAB-Eisenerzmine war und heute als Freizeitberg für Ski- und Mountainbike-Fans dient. Gerade war offenbar Saisonwechsel im Gange — die Mitarbeiter waren dabei, von den Sesseln des Lifts die Gestelle für die Mountainbike-Aufnahme zu demontieren.

Der durchaus steile Berg sah von unten gar nicht steil aus — also Mats in die Kraxe und auf Fabians Rücken, alle Mann (und Conny) die Wanderschuhe geschnürt, und ab auf den Berg. Auf halber Strecke schwante uns schon, dass wir den Gipfel nicht erklimmen würden. Aber auch auf drei Vierteln der Strecke gab es bereits eine tolle Aussicht über Kiruna und die gewaltigen Abraumhalden und Anlagen der Mine, die die Stadt seit über 125 Jahren prägt.

BMX-Piste, Roller-Action und ein quiekender kleiner Bruder

Wieder unten angekommen, haben wir noch einen weiteren Teil des Bike-Parks entdeckt — mit asphaltierter BMX-Piste. Also schnell Fietes Roller geholt und ab dafür. Er ist hoch und runter und um die Kurven geflitzt, und Mats ist zu Fuß vor Freude quiekend hinterhergelaufen.

Ein Lego-Camper und ein entspannter Abend

So ausgepowert ging es noch fix einkaufen. Und Fiete hat einen Lego-Campingwagen entdeckt, den er unbedingt haben wollte. Wer kann da schon Nein sagen? Zurück am Campingplatz wurde also direkt mit dem Aufbauen angefangen: Fiete beim Lego-Bauen, Conny und Mats beim Bilderbuch-„Lesen“, und Fabian hat schon mit den Vorbereitungen fürs Abendessen begonnen. So klang der Abend entspannt aus — zusammen mit einer durchaus realistischen Prognose auf Polarlichter, die wir regelmäßig über die „Aurora“-App prüfen.

Tag 20: Mit der „Gondula“ auf den Nuolja und durch Lapplands Tor geblickt

Frühstück, Abendessen und eine Kletterwand mittendrin

Sowohl abends zum Abendessen als auch morgens zum Frühstück waren wir im Servicehaus des Campingplatzes — und das aus gutem Grund: tolle Küchenausstattung, massig Platz, und mittendrin eine Kletterwand. Wie cool! Mats, aber ganz besonders Fiete, waren kaum zu halten. Für uns Eltern war es damit denkbar einfach, die beiden bei Laune zu halten. Und so war es auch denkbar einfach, morgens entspannt – mit kostenfreiem Warmwasser! – zu duschen.

Premiere im Sessellift: hinauf auf den Nuolja

Voll gestärkt ging es morgens los zum Wandern — bei diesmal bestem Wetter. Ziel: der Nuolja, auch Njulla genannt, ein Aussichtsberg direkt über Abisko am Ufer des Torneträsk. Schon seit 1917 wird hier oben, auf einer der ältesten Klimaforschungsstationen Schwedens, der Einfluss der Schneeschmelze auf das Pflanzenwachstum untersucht — heute ergänzt durch ein Citizen-Science-Projekt, an dem sich auch Besucher beteiligen können.

Rauf ging es mit dem Sessellift, ganze 20 Minuten lang. Premiere für Fiete, Premiere für Mats — und auch Premiere für Conny und Fabian, die jeweils mit einem Kind im Zweiersessel saßen. Es ging gut: Fabian hatte Mats auf dem Schoß und fuhr zuerst, und Mats kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, so aufregend war das Ganze für ihn. Conny und Fiete folgten kurz darauf. Die Fahrt ging „etappenweise“: Immer, wenn man dachte, gleich sei man oben, kam eine Klippe — und dahinter ging es einfach weiter.

Fiete als Tourguide und Mats‘ Kampf mit jedem einzelnen Stein

Oben angekommen, haben wir den Weg Richtung Gipfel gesucht. Fiete hat sich prompt als Tourguide beworben und mit großem Ernst vorgegeben, wo es langgeht — er hat sich wirklich Mühe gegeben. Auch Mats wollte unbedingt selbst wandern, und im wahrsten Sinne des Wortes ging es über Stock und Stein — wobei es ihm besonders die Steine angetan hatten. Jeder einzelne musste erklommen werden, egal ob winzig oder groß. Nach ein paar Metern war die Kraft dann erschöpft, und das „Papa-Taxi“ musste übernehmen. Auf Papas Schultern konnte er dann wieder neue Kraft sammeln.

Auf etwa halber Strecke haben wir gemerkt, dass der eigentliche Gipfel dann doch eine Spur zu anstrengend werden würde — also umgekehrt und stattdessen eingekehrt. Direkt an der Seilbahnstation liegt ein kleines Café mit frisch gebackenen Waffeln, die mehr als hervorragend waren. Dazu noch ganz gute Zimtschnecken und ein kleines Stück Schokokuchen.

Mit der „Gondula“ zurück ins Tal — und ein Blick durch Lapplands Tor

So gestärkt ging es mit der „Gondula“ wieder hinunter ins Tal — Fiete sagte konsequent Gondula statt Gondel, einfach herrlich. Diesmal in umgekehrter Reihenfolge: Conny und Fiete zuerst, danach Fabian mit Mats. Und der Blick auf dem Weg nach unten war atemberaubend, inklusive des berühmten „Gucklochs“ in der Bergkette: dem Lapporten. Die markante, U-förmige Bergschlucht liegt gut 20 Kilometer von Abisko entfernt, ist aber schon vom Torneträsk aus weithin sichtbar. Ihren charakteristischen Namen trägt sie zurecht — im Nordsamischen heißt sie Čuonjávággi, „das Tor Lapplands“, und gilt als eines der bekanntesten Landschaftssymbole Schwedens sowie als kulturell bedeutsamer Ort der samischen Kultur.

Bevor es weiter zum Parkplatz ging, musste Fiete noch einmal aufs Klo — ein waschechtes Plumpsklo. Auch das: eine Erfahrung.

Ein letzter Wasserfall am Kungsleden

Kurz vor dem Parkplatz ging es dann noch spontan rechts ab, Richtung Kungsleden, zu einem kleinen Wasserfall. Immer wieder beachtlich, welche Kraft Wasser hat.

Am Camper angekommen, ging es noch etwa eine Stunde weiter Richtung Kiruna. Dazu morgen mehr.

Fun Fact

Fiete fragte in der Seilbahn sitzend, ob es lebensgefährlich sei. Und ergänzte ganz ernst, dass Conny das Ganze ehrlich sagen solle, er sei ja schon 6 und könne solche Dinge gut machen und habe ja auch gar keine Angst, weil er ja groß sei. 

Tag 19: Abschied von Norwegen, eine Riesenbaustelle und ein Wasserfall zum Aufwärmen

Nicht einmal eine Woche waren wir in Norwegen — heute geht es schon wieder zurück nach Schweden. Zeit für ein Fazit.

Unser Norwegen-Fazit: beeindruckend, aber nicht ganz warm geworden

Landschaftlich toll, keine Frage — sehr vergleichbar mit den kanadischen Rockys, die wir mit Fiete vor rund vier Jahren mit dem Camper bereist haben, nur dass hier noch Meer und Fjorde dazukommen. Einmalig, keine Frage. Aber irgendwie sind wir mit diesem Land nicht so richtig warm geworden. Die Menschen waren nicht annähernd so herzlich, offen und freundlich wie in Schweden. Die wirklich spannenden Wanderungen konnten wir mit zwei kleinen Kindern schlicht nicht machen — oder das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und auch die Campingplätze waren, freundlich formuliert, mindestens eine Stufe schwächer als in Schweden — dafür aber deutlich teurer, teilweise regelrecht dreckig und oft ziemlich lieblos. Dass man dann auch noch fürs warme Wasser extra zahlen soll, ist uns bis heute nicht wirklich verständlich. Beispiel gefällig? Heute, kurz vor Abisko in Björkliden, gibt es warmes Wasser ganz selbstverständlich ohne Aufpreis — und im Servicehaus stehen direkt eine ordentliche Kletterwand für Kinder und eine Tischtennisplatte bereit.

Kurzum: Die Lofoten waren beeindruckend, aber wir haben nur einen Bruchteil davon gesehen und sehen können. Wahrscheinlich kommen wir noch einmal her — wenn Fiete und Mats etwas älter sind.

Roadtrip durch die Baustelle: von Sortland nach Björkliden

Was stand heute sonst an? Vor allem: Kilometer machen. Hinter Sortland kommt bis Kiruna nicht mehr viel. Fast vier Stunden ging es bis nach Björkliden, rauf und runter, mitten durchs Gebirge — und vor allem mitten durch ein monströs großes Baufeld. Die E10 wird ab etwa Langvassbukta scheinbar komplett neu ausgebaut. Google Maps wollte uns deshalb komplett anders lotsen, über eine Fährverbindung Richtung Norden über Harstad — angeblich 20 Minuten schneller. Nachträglicher Check: wäre es nicht gewesen. Die Fähre fährt zwar regelmäßig, aber eben nur alle ein bis anderthalb Stunden.

Also doch mitten durch die Baustelle, mit vielen Ampeln, da meist nur eine Spur befahrbar war. Durchaus „Adventure“. Bei Evenes konnten wir von einer Abfahrt am Hügel auf die Landebahn des kleinen Flughafens blicken — ein schöner Anblick, aber der militärische Teil und seine Bedeutung machen einen dann doch nachdenklich. Evenes ist seit 1979 in Betrieb und seit 2012 gezielt zur wichtigsten Luftwaffenbasis Nordnorwegens ausgebaut worden. Hier sind Boeing P-8 Poseidon zur Überwachung der Barentssee und der Norwegischen See stationiert, dazu F-35-Kampfjets, zeitweise ergänzt durch US-amerikanische Einheiten. Der Grund: Die Lage bei rund 68,5 Grad Nord bringt die Basis in unmittelbare Nähe zu russischem Luft- und Seeraum und macht sie damit zu einem zentralen Baustein der Nato-Überwachung im hohen Norden.

Über Narvik zurück nach Schweden — und ein Wasserfall zum Aufwärmen

Weiter ging es über Narvik über die Grenze zurück nach Schweden. Damit wir wenigstens noch etwas Bewegung bekamen, haben wir bei Björkliden kurz den Silverfallet besucht, der direkt auf dem Weg lag. Der rund 30 Meter hohe Wasserfall stürzt dort in den Rakkasjokk, kurz bevor dieser in den Torneträsk mündet, und ist über einen ausgeschilderten Weg samt kleiner Fußgängerbrücke gut zu erreichen — bei klarer Sicht soll man von dort sogar den markanten Lapporten sehen können, das berühmte Bergtor der Region.

Abschließend ging es noch kurz nach Abisko, um Kleinigkeiten im kleinen Supermarkt zu besorgen. Und dann ab zum Campingplatz, Abendessen machen und zur Ruhe kommen.

Fun Facts Norwegen

Elche gesehen: 0.
Nächte mit Polarlichtern: 0.
Warm geduscht im Camper: 1.
Warm geduscht auf Campingplätzen: 0.
Über Brücken gefahren: gefühlt 1.000 Mal.

Tag 18: Spiegelglatte Fjorde, ein Museumsschiff und der Kampf ums warme Wasser

Fiskebøl–Melbu: eine kurze Fähre und ein spiegelglatter Fjord

Nach einer kalten Nacht mit nur 4 Grad ging es zeitig weiter. Erstes Ziel nach dem Frühstück: der Fähranleger in Fiskebøl. Pünktlich um 10:30 Uhr sollte dort die Fähre nach Melbu ablegen — und das tat sie auch. Da wir genug Puffer eingeplant hatten, blieb noch Zeit für zwei kleine Fotostopps. Der Fjord lag nahezu spiegelglatt da, und so ergaben sich traumhafte Spiegelungen des Felspanoramas auf der Wasseroberfläche.

Die Überfahrt selbst war mit 25 Minuten eher kurz — und spannend obendrein: Noch vor der Einfahrt auf die Fähre wird man von einem Besatzungsmitglied fotografiert, abgerechnet wird dann digital im Nachgang. Hoffen wir, dass das mit dem Miet-Camper alles reibungslos klappt.

Das Hurtigrutemuseum in Stokmarknes: Kapitän, Funkerin und Ausguck

Vom Fähranleger in Melbu ging es weiter nach Stokmarknes, zum Hurtigrutemuseum. Die Hurtigruten sind Norwegens legendäre Küstenschiffslinie, die seit 1893 die Postroute entlang der zerklüfteten norwegischen Küste bedient und bis heute ein Stück nationaler Seefahrtsgeschichte ist. Das Museum in Stokmarknes wurde erst 2021 nach einer aufwendigen, rund 200 Millionen Kronen teuren Renovierung neu eröffnet — entstanden aus der jahrzehntelangen Leidenschaft eines ehemaligen Hurtigruten-Kapitäns, der das historische Schiff MS Finnmarken von 1956 über mehr als 30 Jahre restauriert hat. Heute steht es, vollständig erhalten, in einem modernen Glasgebäude und lässt sich komplett erkunden: Brücke, Kombüse, Maschinenraum, die original eingerichteten Kabinen und der aufwendig holzvertäfelte Speisesaal. Direkt daneben liegt mit der DS Finnmarken von 1912 sogar das älteste erhaltene Hurtigruten-Schiff überhaupt, komplett mit einem 55 Tonnen schweren Gesellschaftssalon, der einst aus den Niederlanden herangeschafft wurde.

Ein spannender Vormittag für uns alle vier. Fiete war ganz heiß darauf, selbst als Kapitän auf der Brücke zu stehen. Conny hätte damals wohl die Rolle als Funkerin übernommen. Und Mats? Der wäre wahrscheinlich Ausguck gewesen — denn dafür muss man von möglichst weit oben schauen, und da kommt man nur hin, wenn man gut klettern kann.

Sortland: Wassertank auffüllen und ein Kletterkünstler auf dem Spielplatz

Nach dem kurzweiligen Museumsbesuch ging es weiter nach Sortland auf den Campingplatz. Auf dem Weg dorthin hatte Fabian einen tollen Spielplatz in einem öffentlichen Park entdeckt — also nach dem Check-in schnell den Frischwassertank vom Camper aufgefüllt und ab auf den Spielplatz. Fiete zeigte dort eindrucksvoll, wie gut er inzwischen klettern kann: An einem Seilbaum kletterte er in null Komma nichts auf eine rund 5 Meter hohe Plattform und freute sich diebisch darüber. Conny konnte derweil kaum zusehen.

Hot Dogs, 6 Grad und die Frage aller Fragen: warm duschen?

Zum Abschluss des Tages gab es draußen, unter freiem Himmel, warm angezogen bei 6 Grad, noch Hot Dogs. Und jetzt heißt es: auf die Heizung vertrauen, denn heute Nacht werden es frostige 2 Grad. Und vielleicht — endlich — Polarlichter?

Übrigens: Wieso wir den Frischwassertank komplett aufgefüllt haben? In Norwegen ist es nicht nur so, dass ein Campingplatz deutlich teurer ist als in Schweden — hier zahlt man ambitionierte 40 bis 45 Euro pro Nacht, gegenüber 20 bis 25 Euro drüben in Schweden. Es ist hier auch Standard, für warmes Wasser beim Duschen extra zu zahlen (umgerechnet bis zu 5€ für 7 Minuten!). Und das sehen wir beim besten Willen nicht ein, zumal viele der „Servicehäuser“ hier doch merklich in die Jahre gekommen sind. Und wieso nicht einfach die Dusche im Camper nutzen, wenn wir sie ohnehin permanent dabei haben? Ob das eine gute Idee war, werden wir morgen wissen.

Apropos morgen: Da geht es für uns wieder zurück nach Schweden.

Tag 17: Regen in drei Stufen, ein kletternder Mats und Zimtschnecken, die alles toppen

Von einer stürmischen Nacht über ein Fischerdorf wie aus dem Bilderbuch bis zur heimlichen Hauptstadt der Lofoten — dieser Tag hatte einiges zu bieten.

Die Nacht: Regen in drei Stufen

Die vergangene Nacht war geprägt von Regen in drei Stufen: stark, stärker, am stärksten. Der Platz, auf dem wir standen, war schon vorher durchnässt — am nächsten Morgen war er komplett geflutet. Dazu war es nachts so windig, dass es den Camper einige Male ordentlich durchgerüttelt hat. Geschüttelt, nicht gerührt, sind wir entsprechend am nächsten Morgen aufgewacht.

Henningsvær: das „Venedig der Lofoten“

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es nach Henningsvær — ein Fischerdorf, das sich über mehrere kleine, durch Brücken verbundene Inseln erstreckt und deshalb gerne „Venedig der Lofoten“ genannt wird. Wir sind durch den Ort geschlendert, und Fiete hat dabei auf einem Hausdach „Sonnentablets“ entdeckt — gemeint waren natürlich PV-Module. Danach haben wir uns auch den berühmten Fußballplatz angesehen: Der liegt auf der Insel Hellandsøya, auf drei Seiten von felsigen Klippen und dem offenen Atlantik umgeben, ein Kunstrasenplatz für rund 500 Zuschauer, der eigentlich nur dem lokalen Amateurfußball dient — aber wegen seiner spektakulären Lage international bekannt wurde und schon Mannschaften bis aus den USA angezogen hat.

Fiete und Fabian wollten sich den Platz dann auch mal von dem Felshügel darüber ansehen und sind hochgeklettert. Das konnte Mats natürlich nicht auf sich sitzen lassen — und ist kurzerhand den anspruchsvollen Weg auch zur Hälfte hochgeklettert, als wäre es nichts und er hätte nie etwas anderes gemacht. Die Umstehenden waren sichtlich beeindruckt. Wir natürlich auch.

Zimtschnecken, die alles toppen

Auf dem Rückweg ging es dann zu einer Bäckerei, Proviant in Form von Zimtschnecken besorgen. Und ganz ehrlich? Die waren sogar noch mal besser als die in Å! Da es nur eine einzige, schmale Zufahrtsstraße nach Henningsvær gibt, haben wir uns auf dem Rückweg zur Hauptstraße noch einen tollen Parkplatz mit Aussicht auf den Fjord ergattert und dort eine kleine Rast eingelegt.

Svolvær: die heimliche Hauptstadt der Lofoten

Weiter ging es dann nach Svolvær, mit rund 4.775 Einwohnern die größte Stadt der Lofoten und Verwaltungssitz der Gemeinde Vågan — mit Gericht, Polizeistation und der Fischereibehörde, die die gesamte Fischerei der Lofoten koordiniert. Seit 1893 ist Svolvær zudem Hurtigruten-Hafen auf der Route zwischen Bergen und Kirkenes. Die Fischerei-Tradition ist bis heute spürbar: Wo in den 1920er-Jahren rund 7.800 registrierte Fischer aktiv waren, fangen heute noch etwa 3.000 in der Saison bis zu 50.000 Tonnen Kabeljau. Dort haben wir unseren Proviant aufgefüllt.

Danach ging es direkt weiter zum Campingplatz — kein Highlight an sich, aber auch hier standen wir wieder direkt am Wasser. Fiete und Mats haben dann kurzerhand den Schotter vom Platz ins Wasser geworfen und sich köstlich über das „Platsch“ gefreut.

Tag 16: Ein Rettungshubschrauber, weißer Sand und Schoko-Fondue im Regen

Ein Tag zwischen Drama am Nachthimmel, Plan-B auf Plan-B und einem gemütlichen Ausklang, der den ganzen Regen wieder wettgemacht hat.

Nachts: helle Aufregung über dem Camper

Gestern Abend war noch helle Aufregung — im wahrsten Sinne des Wortes: Ein SAR-Rettungshubschrauber aus Bodø hat die Felswand hinter unserem Campingplatz hell erleuchtet und stand minutenlang schwebend über einem Berg. Offenbar eine Rettungsaktion. Nachdem wir erst in der Nacht zuvor angekommen waren und fast bis Mitternacht noch „spontan“ für günstige 11,20 Euro unsere dreckige Wäsche nach der Fährfahrt gewaschen und getrocknet hatten (naja, zumindest halbwegs …), war das schon der zweite Abend in Folge, an dem wir nicht so richtig zur Ruhe kamen. Die noch klamme Wäsche haben wir kurzerhand irgendwo im engen Camper aufgehängt, damit sie vollends trocknen konnte — mit dem netten Nebeneffekt, dass der ganze Camper danach nach frischer Wäsche geduftet hat. Aber das ist eben Camper Life.

Ramberg Beach: weißer Sand, ein Bergfluss und Gummistiefel-Glück

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Norden — leider wieder mit prasselndem Regen. Den ursprünglichen Plan haben wir über Bord geworfen und sind seitdem etwas zügiger unterwegs. Erster Stopp: Ramberg Beach. Trotz Regen und Wind war das ein Halt, der sich gelohnt hat — feiner, weißer Sandstrand direkt am Atlantik, nicht sehr lang, aber sehr breit. Dazu ein Bergfluss, der sich seinen eigenen Weg über den Strand direkt ins Meer gesucht hat. Für Fiete und Mats, beide in voller Gummistiefel-Montur, ein absolutes Highlight. Und richtig schön zu sehen, wie sehr Mats sich an Fiete orientiert und versucht, ihm alles nachzumachen.

Vikten: Wartezeit ohne Glasbläser

Danach ging es weiter nach Vikten. Die Straßen wurden dabei massiv schlechter, aber angekommen an der örtlichen Glashytta hofften wir, einem Glasbläser bei der Arbeit zusehen zu können. Leider Fehlanzeige — wir haben fast 45 Minuten gewartet, aber es war offenbar gerade Pause. Also kurzerhand umgeplant und auf dem Parkplatz eine schnelle Mittagspause eingelegt, mit direktem Blick auf die kleine Schule gegenüber. Im strömenden Regen spielten dort Kinder unterschiedlichsten Alters mitten auf der Straße.

Offersøykammen: Baustelle, Wartezeit und die Vernunft siegt

Der letzte Stopp sollte dann der Offersøykammen werden, ein knapp 436 Meter hoher Aussichtsberg auf der Insel Offersøy, bekannt für sein spektakuläres Panorama über Fischerdörfer, schroffe Berge und glitzernde Fjorde. Auf dem Weg zur Insel wartete allerdings erst mal ein langer Tunnel mit einer massiven Baustelle: komplette Sperrung, eine Fahrtrichtung pro Stunde, und das nur hinter einem Lotsenfahrzeug. Also standen wir 50 Minuten und warteten. Für Fiete war die Durchfahrt danach trotzdem ein Highlight — blinkende Baumaschinen gehen eben immer.

Auf der nächsten Insel angekommen, gab’s dann die Bestätigung: Die Wanderung war wegen des Regens einfach zu unsicher. Wir wollten nicht die Nächsten sein, die den SAR-Hubschrauber brauchen. Also Weiterfahrt zum Campingplatz — Stellplatz direkt am Wasser mit Blick auf den Fjord.

Und was macht man dann mit der gewonnenen Zeit? Schoko-Fondue!

Draußen prasselte der Regen, der Wind brachte den Camper zum Wackeln — und drinnen gab’s stattdessen ein kleines Schoko-Fondue in gemütlicher Atmosphäre. Besonders Fiete konnte sein Glück kaum fassen. Herrlich!

Tag 15: Von Å nach Reine — wunderschön, aber irgendwie doch alles gleich

Ein Tag, der uns die Lofoten in ihrer ganzen Pracht gezeigt hat — und uns am Ende zu einer spontanen Planänderung gebracht hat.

Später Ankommen, früher Weckruf

Spät angekommen in Moskenes um 20:30 Uhr, mussten wir die Fährfahrt erst mal verdauen. Entsprechend ging es für alle vier erst spät ins Bett. Trotzdem meinte Mats: „5:10 Uhr ist und bleibt meine Zeit — aufstehen!“ Und so sollte es dann auch sein.

Å: Aussichtspunkte, Postkartenmotiv und Zimtschnecken seit 1844

Den eigentlichen Tag haben wir dann in Å begonnen, dem südlichsten Dorf der Lofoten. Erst ein kurzer Spaziergang zu den felsig-matschigen Aussichtspunkten im Süden, danach der Ort selbst. Gekrönt wurde der Vormittag von leckeren, handgemachten Zimtschnecken bei der Bakeriet på Å — einer 1844 erbauten, nach einem Brand 1888 wiederaufgebauten und heute denkmalgeschützten Bäckerei, die noch nach traditioneller Methode im Holzofen backt und ihren Gästen dabei über die Schulter schauen lässt. Der Anblick eines typischen Fischerörtchens ist atemberaubend schön — genau wie der Blick auf die massiven Felswände direkt dahinter.

Reine, Sakrisøy, Hamnøy: schön, aber irgendwie doch immer gleich

Von Å ging es weiter nach Reine. Nicht minder schön, aber irgendwie doch sehr ähnlich. Auch die folgenden Örtchen Sakrisøy und Hamnøy sind dann irgendwie Kopien — gibt es quasi in den Größen „klein“, „mittel“ und „groß“. Nicht falsch verstehen: Es ist super schön. Aber auch immer gleich.

Der Weg zwischen den Orten ist dagegen nicht immer gleich. Es gibt durchaus normal breite Straßen, aber nur sehr wenige. Die Straßen sind eng, teilweise sehr eng, Brücken zwischen den Landteilen vielfach einspurig und mit Ampeln versehen. Wo es außerhalb der Saison schon leicht stockt, wollen wir uns nicht vorstellen, wie es hier in der Hochsaison aussieht.

Unser Fazit nach dem Besuch der südlichsten Orte der Lofoten: wunderschön, aber alles irgendwie gleich. Und vieles davon ist mit Kindern schlicht nicht machbar — wie zum Beispiel das Erklimmen des Reinebringen. Der Aussichtsberg über Reine ist 448 Meter hoch, der Aufstieg führt über 1.978 zwischen 2016 und 2021 gebaute Sherpa-Steintreppenstufen und endet auf einem schmalen, ausgesetzten Grat. Bei Sonne gilt die Tour als machbar, bei Regen oder Schnee als anspruchsvoll — für einen Sechsjährigen und erst recht für den 1,5-Jährigen definitiv nichts.

Spontane Umplanung: weniger Lofoten, mehr Abisko und Kiruna

Von daher haben wir uns spontan entschieden: Wir verkürzen den eigentlich als Hauptteil der Reise gedachten Besuch der Lofoten und fahren nur noch die absoluten Highlights an. Dafür verlängern wir den Aufenthalt im schwedischen Binnenland rund um Abisko und Kiruna — dort stehen die Chancen auf Polarlichter noch mal besser als hier.

Ein weiterer Grund ist das Wetter. Zwar hatten wir einen regenfreien, teilweise sonnigen halben Tag, aber zum Nachmittag hin zog es zu, und es begann zu regnen. Nachts ist es hier aktuell überwiegend vollständig bewölkt — und obwohl alle Voraussetzungen für Polarlichter erfüllt wären, sehen wir sie unter der geschlossenen Wolkendecke schlicht nicht. Also nutzen wir die Flexibilität, die uns die Reise lässt, und planen spontan um.

Morgen schauen wir uns dann den mittleren Teil der Lofoten in Ruhe an.

Tag 14: Flut, Flugzeuge und eine raue Überfahrt zu den Lofoten

Ein Tag mit drei ganz unterschiedlichen Kapiteln — Naturschauspiel am Morgen, Museum am Vormittag, und eine Fährüberfahrt, die uns allen ordentlich zugesetzt hat.

Morgens: Der Flut beim Toben zusehen

Noch vor dem Frühstück sollte die Flut am Saltstraumen einsetzen. Also zackig angezogen — es war wirklich kalt! — und zu Fuß vom Campingplatz runter zum Wasser. Es hat sich gelohnt: ein wunderschöner Regenbogen über mächtig tobendem Wasser. Wirklich tolle Anblicke.

Bodø: klein, aber fein — und ein Flugzeugmuseum

Nach dem Frühstück ging es weiter nach Bodø, ein eher kleiner, aber schöner Ort. Direkt am Flughafen liegt das Norsk Luftfartsmuseum, das Norwegische Luftfahrtmuseum — für zwei von vier Reisenden ein absolut lohnenswerter Vormittagsbesuch. 1994 von König Harald V. eröffnet, ist es mit rund 10.000 Quadratmetern das größte Luftfahrtmuseum der nordischen Länder, untergebracht in einem Gebäude, das aus der Vogelperspektive wie ein riesiger Propeller geformt ist. Rund 40 zivile und militärische Flugzeuge stehen dort, darunter ein Lockheed U-2-Spionageflugzeug aus dem Kalten Krieg, historische Kampfflugzeuge wie die Messerschmitt Bf-109 und die Focke-Wulf Fw 190, eine sowjetische Petlyakov Pe-2 und sogar eine als Wrack inszenierte abgestürzte Junkers Ju 88.

Da wir um 16:00 Uhr am Kai für die Fähre nach Moskenes stehen mussten, Abfahrt 16:45 Uhr, sind wir nach dem Museumsbesuch noch ein Stück durch Bodø geschlendert.

Die raue Überfahrt

Die Fahrt auf die Lofoten war dann, vorsichtig ausgedrückt, durchwachsen. Recht raue See hat bei uns allen zu mehr oder minder großen Magenverstimmungen geführt. Fabian und Mats fanden die Fahrkünste des Kapitäns dann doch eher „zum Kotzen“ — im wahrsten Sinne des Wortes.

Dafür war der Weg von der Fähre zum vorher gebuchten Campingplatz (wirklich eine gute Idee!) denkbar kurz: keine 200 Meter nach der Rampe standen wir schon auf unserem Platz und konnten erst mal durchatmen.

Ab morgen beginnen dann die Tage auf den Lofoten.