Frühstück, Abendessen und eine Kletterwand mittendrin
Sowohl abends zum Abendessen als auch morgens zum Frühstück waren wir im Servicehaus des Campingplatzes — und das aus gutem Grund: tolle Küchenausstattung, massig Platz, und mittendrin eine Kletterwand. Wie cool! Mats, aber ganz besonders Fiete, waren kaum zu halten. Für uns Eltern war es damit denkbar einfach, die beiden bei Laune zu halten. Und so war es auch denkbar einfach, morgens entspannt – mit kostenfreiem Warmwasser! – zu duschen.
Premiere im Sessellift: hinauf auf den Nuolja
Voll gestärkt ging es morgens los zum Wandern — bei diesmal bestem Wetter. Ziel: der Nuolja, auch Njulla genannt, ein Aussichtsberg direkt über Abisko am Ufer des Torneträsk. Schon seit 1917 wird hier oben, auf einer der ältesten Klimaforschungsstationen Schwedens, der Einfluss der Schneeschmelze auf das Pflanzenwachstum untersucht — heute ergänzt durch ein Citizen-Science-Projekt, an dem sich auch Besucher beteiligen können.
Rauf ging es mit dem Sessellift, ganze 20 Minuten lang. Premiere für Fiete, Premiere für Mats — und auch Premiere für Conny und Fabian, die jeweils mit einem Kind im Zweiersessel saßen. Es ging gut: Fabian hatte Mats auf dem Schoß und fuhr zuerst, und Mats kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, so aufregend war das Ganze für ihn. Conny und Fiete folgten kurz darauf. Die Fahrt ging „etappenweise“: Immer, wenn man dachte, gleich sei man oben, kam eine Klippe — und dahinter ging es einfach weiter.
Fiete als Tourguide und Mats‘ Kampf mit jedem einzelnen Stein
Oben angekommen, haben wir den Weg Richtung Gipfel gesucht. Fiete hat sich prompt als Tourguide beworben und mit großem Ernst vorgegeben, wo es langgeht — er hat sich wirklich Mühe gegeben. Auch Mats wollte unbedingt selbst wandern, und im wahrsten Sinne des Wortes ging es über Stock und Stein — wobei es ihm besonders die Steine angetan hatten. Jeder einzelne musste erklommen werden, egal ob winzig oder groß. Nach ein paar Metern war die Kraft dann erschöpft, und das „Papa-Taxi“ musste übernehmen. Auf Papas Schultern konnte er dann wieder neue Kraft sammeln.
Auf etwa halber Strecke haben wir gemerkt, dass der eigentliche Gipfel dann doch eine Spur zu anstrengend werden würde — also umgekehrt und stattdessen eingekehrt. Direkt an der Seilbahnstation liegt ein kleines Café mit frisch gebackenen Waffeln, die mehr als hervorragend waren. Dazu noch ganz gute Zimtschnecken und ein kleines Stück Schokokuchen.
Mit der „Gondula“ zurück ins Tal — und ein Blick durch Lapplands Tor
So gestärkt ging es mit der „Gondula“ wieder hinunter ins Tal — Fiete sagte konsequent Gondula statt Gondel, einfach herrlich. Diesmal in umgekehrter Reihenfolge: Conny und Fiete zuerst, danach Fabian mit Mats. Und der Blick auf dem Weg nach unten war atemberaubend, inklusive des berühmten „Gucklochs“ in der Bergkette: dem Lapporten. Die markante, U-förmige Bergschlucht liegt gut 20 Kilometer von Abisko entfernt, ist aber schon vom Torneträsk aus weithin sichtbar. Ihren charakteristischen Namen trägt sie zurecht — im Nordsamischen heißt sie Čuonjávággi, „das Tor Lapplands“, und gilt als eines der bekanntesten Landschaftssymbole Schwedens sowie als kulturell bedeutsamer Ort der samischen Kultur.
Bevor es weiter zum Parkplatz ging, musste Fiete noch einmal aufs Klo — ein waschechtes Plumpsklo. Auch das: eine Erfahrung.
Ein letzter Wasserfall am Kungsleden
Kurz vor dem Parkplatz ging es dann noch spontan rechts ab, Richtung Kungsleden, zu einem kleinen Wasserfall. Immer wieder beachtlich, welche Kraft Wasser hat.
Am Camper angekommen, ging es noch etwa eine Stunde weiter Richtung Kiruna. Dazu morgen mehr.
Fun Fact
Fiete fragte in der Seilbahn sitzend, ob es lebensgefährlich sei. Und ergänzte ganz ernst, dass Conny das Ganze ehrlich sagen solle, er sei ja schon 6 und könne solche Dinge gut machen und habe ja auch gar keine Angst, weil er ja groß sei.