Ein Tag zwischen Drama am Nachthimmel, Plan-B auf Plan-B und einem gemütlichen Ausklang, der den ganzen Regen wieder wettgemacht hat.
Nachts: helle Aufregung über dem Camper
Gestern Abend war noch helle Aufregung — im wahrsten Sinne des Wortes: Ein SAR-Rettungshubschrauber aus Bodø hat die Felswand hinter unserem Campingplatz hell erleuchtet und stand minutenlang schwebend über einem Berg. Offenbar eine Rettungsaktion. Nachdem wir erst in der Nacht zuvor angekommen waren und fast bis Mitternacht noch „spontan“ für günstige 11,20 Euro unsere dreckige Wäsche nach der Fährfahrt gewaschen und getrocknet hatten (naja, zumindest halbwegs …), war das schon der zweite Abend in Folge, an dem wir nicht so richtig zur Ruhe kamen. Die noch klamme Wäsche haben wir kurzerhand irgendwo im engen Camper aufgehängt, damit sie vollends trocknen konnte — mit dem netten Nebeneffekt, dass der ganze Camper danach nach frischer Wäsche geduftet hat. Aber das ist eben Camper Life.
Ramberg Beach: weißer Sand, ein Bergfluss und Gummistiefel-Glück
Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Norden — leider wieder mit prasselndem Regen. Den ursprünglichen Plan haben wir über Bord geworfen und sind seitdem etwas zügiger unterwegs. Erster Stopp: Ramberg Beach. Trotz Regen und Wind war das ein Halt, der sich gelohnt hat — feiner, weißer Sandstrand direkt am Atlantik, nicht sehr lang, aber sehr breit. Dazu ein Bergfluss, der sich seinen eigenen Weg über den Strand direkt ins Meer gesucht hat. Für Fiete und Mats, beide in voller Gummistiefel-Montur, ein absolutes Highlight. Und richtig schön zu sehen, wie sehr Mats sich an Fiete orientiert und versucht, ihm alles nachzumachen.
Vikten: Wartezeit ohne Glasbläser
Danach ging es weiter nach Vikten. Die Straßen wurden dabei massiv schlechter, aber angekommen an der örtlichen Glashytta hofften wir, einem Glasbläser bei der Arbeit zusehen zu können. Leider Fehlanzeige — wir haben fast 45 Minuten gewartet, aber es war offenbar gerade Pause. Also kurzerhand umgeplant und auf dem Parkplatz eine schnelle Mittagspause eingelegt, mit direktem Blick auf die kleine Schule gegenüber. Im strömenden Regen spielten dort Kinder unterschiedlichsten Alters mitten auf der Straße.
Offersøykammen: Baustelle, Wartezeit und die Vernunft siegt
Der letzte Stopp sollte dann der Offersøykammen werden, ein knapp 436 Meter hoher Aussichtsberg auf der Insel Offersøy, bekannt für sein spektakuläres Panorama über Fischerdörfer, schroffe Berge und glitzernde Fjorde. Auf dem Weg zur Insel wartete allerdings erst mal ein langer Tunnel mit einer massiven Baustelle: komplette Sperrung, eine Fahrtrichtung pro Stunde, und das nur hinter einem Lotsenfahrzeug. Also standen wir 50 Minuten und warteten. Für Fiete war die Durchfahrt danach trotzdem ein Highlight — blinkende Baumaschinen gehen eben immer.
Auf der nächsten Insel angekommen, gab’s dann die Bestätigung: Die Wanderung war wegen des Regens einfach zu unsicher. Wir wollten nicht die Nächsten sein, die den SAR-Hubschrauber brauchen. Also Weiterfahrt zum Campingplatz — Stellplatz direkt am Wasser mit Blick auf den Fjord.
Und was macht man dann mit der gewonnenen Zeit? Schoko-Fondue!
Draußen prasselte der Regen, der Wind brachte den Camper zum Wackeln — und drinnen gab’s stattdessen ein kleines Schoko-Fondue in gemütlicher Atmosphäre. Besonders Fiete konnte sein Glück kaum fassen. Herrlich!