Tag 12 & 13: Über Feldwege, einen Regenbogen und einen 686-Meter-Pass nach Norwegen

Zwei Tage, an denen sich der Plan geändert hat, die Landschaft sich noch mal komplett gewandelt hat — und wir ganz nebenbei zum ersten Mal offroad unterwegs waren.

Tag 12: Umplanung, Feldweg-Adventure und die erste Tankfüllung seit Langem

Statt wie ursprünglich geplant von Umeå erst nach Luleå und einen Tag später weiter nach Arjeplog zu fahren, haben wir kurzerhand umdisponiert: direkt durch nach Arjeplog. Also: Roadtrip! Diesmal ging es viel über die Autobahn, erst kurz vor Arjeplog wurde daraus eine Landstraße.

Die schwedische Landschaft ist ja generell bemerkenswert — irgendwie fährt man immer an einem kleinen, mittelgroßen oder riesengroßen See entlang. Diesmal kam noch dazu, dass es auffallend lange durch dichte Waldgebiete ging. Auf der Landstraße sind wir gemütlich mit 80 bis 90 km/h dahingezogen, bis Google Maps eine Idee hatte: „Ich kann euch 7 Minuten sparen, fahrt mal diesen Feldweg entlang.“ Spoiler: Am Ende waren es eher 5 Minuten mehr statt 7 Minuten weniger Fahrzeit. Aber hey — dafür sind wir jetzt auch wahrhaftig offroad gefahren. Check.

In Arjeplog haben wir dem nicht ganz so durstigen Camper (aktuell im Schnitt um die 9,5 Liter Diesel auf 100 km) dann auch mal wieder etwas zu trinken gegeben. Ka-ching.

Tag 13: Über den Polarkreis und den Graddis-Pass nach Norwegen

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Norwegen, genauer gesagt zum Saltstraumen bei Bodø — dem stärksten Gezeitenstrom der Welt. Viermal täglich presst sich dort eine gewaltige Wassermasse von rund 400 Millionen Kubikmetern durch eine nur 150 Meter schmale Meerenge, mit Strömungsgeschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten und Strudeln von bis zu 10 Metern Durchmesser.

Auf dem Weg dorthin veränderte sich die Landschaft spürbar: Der Herbst ist hier eindeutig schon angekommen. An den Laubbäumen haben sich die Blätter bereits bunt gefärbt, manche fallen schon ab. Besonders schön: Kurz nach der Abfahrt in Arjeplog sind wir kilometerweit auf einen riesigen, tollen Regenbogen zugefahren.

Unterwegs haben wir dann den nördlichen Polarkreis überquert. Um von der schwedischen Seite Richtung Bodø zu kommen, mussten wir zudem das Gebirge überqueren — über den Graddis-Pass durch das Junkerdalen, das auf norwegischer Seite zum 2004 gegründeten Junkerdal-Nationalpark gehört, bekannt für seine botanische Vielfalt und Tiere wie Vielfraß und Luchs. Der Pass selbst liegt auf schwedischer Seite auf 686 Metern über dem Meeresspiegel — und das hat man gespürt: Die Gipfel ringsum trugen bereits weiße Spitzen, und das Thermometer im Camper fiel stellenweise auf unter 5 Grad, mitten am Tag.

Kurz hinter der Grenze in Norwegen war es dann, als würde ein Schalter umgelegt: unfassbare Berglandschaften, enge Passstraßen, dazu Regenschauer. Und als hätte der Nationalpark nur auf sein Stichwort gewartet: Mitten auf der Straße stand plötzlich ein Luchs. Schwer zu fahren, aber atemberaubend. So ging es über teils sehr enge Straßen in sehr gemächlichem Tempo weiter zum Campingplatz am Saltstraumen. Müde von der Fahrt ging an dem Abend nicht mehr viel — Abendessen, dann früh ins Bett.

Tag 10 & 11: Als aus Sorge Erleichterung wurde

Nicht jeder Tag auf dieser Reise ist eine schöne Geschichte. Der heutige gehört zu den anderen — aber am Ende auch zu denen, die zeigen, wie gut man als Familie zusammenhält, wenn es drauf ankommt.

Tag 10: Ein Tief, das uns alle in Atem hielt

Der Tag startete mit einem echten Tief: Conny war total platt, energielos, und wir haben uns ernsthaft Sorgen um ihren Zustand gemacht. Also ging es direkt nach Umeå, ins Ärztezentrum dort. Die gute Nachricht zuerst: praktisch keine Wartezeit, alle super freundlich und zuvorkommend. Die schlechte: ein viel zu hoher Blutzuckerwert.

Die Ärzte vor Ort haben daraufhin mit dem nahegelegenen NUS telefoniert — dem Norrlands Universitetssjukhus, dem großen Universitätsklinikum in Umeå und zentralen Krankenhaus für ganz Nordschweden. Das Ergebnis des Telefonats: sofort ins Krankenhaus fahren. Dort ging es in der Notaufnahme nahtlos weiter — schnell, unkompliziert, nett. Das Endergebnis war aber ernst: weiterhin viel zu hoher Blutzucker, und zusätzlich, wie sich erst im Verlauf herausstellte, eine lebensbedrohliche Übersäuerung des Bluts. Sofortiges Handeln war angesagt, inklusive einer Nacht im Krankenhaus.

Fiete, Mats und Fabian sind derweil zum Campingplatz gefahren, haben dort noch auf dem tollen Spielplatz gespielt und sind müde und erschöpft eingeschlafen. Conny hing zur gleichen Zeit an diversen Infusionen und wurde engmaschig überwacht.

Tag 11: Diagnose, Erleichterung und ein enger Familienschluss

Am nächsten Morgen dann die Diagnose: Diabetes Typ 1 — aber man hatte es zu diesem Zeitpunkt bereits gut in den Griff bekommen. Fiete, Mats und Fabian haben bei herrlichstem Wetter den halben Tag auf dem Spielplatz des Campingplatzes verbracht, bevor sie nachmittags endlich zu Conny durften, um sie zu besuchen und abzuholen. Sie bekam eine genaue Einweisung, was jetzt zu tun ist — leider nicht nur für den Rest der Reise, sondern grundsätzlich, dauerhaft.

Ganz ehrlich: Das hat uns als Familie nur noch mehr zusammengeschweißt. Und wie Fiete und Mats in der Nacht zuvor eng aneinandergekuschelt eingeschlafen sind, zeigt einfach, was für eine tolle, enge Bindung die beiden haben.

Jetzt sind wir vor allem froh: dass wir die Reise fortsetzen können — und vor Allem, dass es Conny endlich wieder richtig gut geht.

Tag 8 & 9: 1.867 Meter Brücke, 286 Meter Landhebung und 1.826 Höhenmeter Wanderung

Zwei Tage voller Zahlen, die für sich sprechen — aber vorher noch ein Nachtrag, der einfach zu gut ist, um ihn auszulassen.

Nachtrag zu Tag 7: Der Stuhl-Käfer

Beim Abendessen wollte Mats mal testen, wie stabil die Campingstühle eigentlich sind — mit einem Ruck gegen die Lehne. Ergebnis: Der Stuhl kippte nach hinten und klappte im Fallen gleich noch zusammen. So lag Mats wie ein Käfer auf dem Rücken, gefangen im zusammengeklappten Stuhl, auf dem Boden — und wusste selbst nicht so richtig, ob er jetzt lachen oder weinen sollte.

Tag 8: Über die Högakustenbron zum Naturum

Rund 2,5 Stunden Fahrt brachten uns zur Högakustenbron — und die verdient ein paar Zahlen für sich: 1997 eröffnet, 1.867 Meter Gesamtlänge, davon 1.210 Meter Hauptspannweite — fast so lang wie die der Golden Gate Bridge. Die Pylone ragen 186 Meter in die Höhe, und die Brücke zählt zu den längsten Hängebrücken Europas. Direkt dahinter haben wir einen richtig tollen Rastplatz gefunden, erhöht gelegen, mit direktem Blick vom Camper aus auf die Brücke und das Wasser. So macht Mittagspause richtig Spaß.

Weiter ging’s nach Docksta zum Naturum Höga Kusten, dem Besucherzentrum der Region. Dort erfährt man, warum die Höga Kusten seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltnaturerbe ist: Seit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 9.600 Jahren hat sich der Boden hier um bis zu 286 Meter gehoben — die höchste bekannte postglaziale Landhebung der Welt. Direkt vor dem Naturum wartete außerdem ein richtig toller Spielplatz, auf dem Fiete und Mats sich austoben konnten.

Fun Fact der knapp 30-minütigen Fahrt von der Brücke zum Naturum: Fiete, ganz ernsthaft von der Rückbank: „Mama, was meint Papa eigentlich, wenn er sagt ‚wir fahren noch eine Weile‘? Du bist doch mit ihm verliebt. Du kannst ihn doch verstehen.“

Danach ging’s weiter zum Campingplatz FriluftsByn. Das Konzept dort hat sich uns ehrlich gesagt noch nicht ganz erschlossen, aber es liegt mitten im Grünen und ist komplett leer. Nebenan steht ein großes Holzhaus mit Bar, kleinem Restaurant und einer Bühne für Live-Musik. Als wir ankamen, liefen gerade die Proben für den Abend — man erzählte uns, dass junge Künstler auftreten würden, die vor vier Jahren hier vor Ort waren und Lieder geschrieben hatten. Leider startete das Event so spät, dass wir davon am Ende nichts mehr mitbekommen haben.

Tag 9: Die große Wanderung — Skuleskogen und Slåttdalsskrevan

Am nächsten Tag stand das Highlight der Höga Kusten an: der Skuleskogens Nationalpark mit seiner berühmten Felsspalte Slåttdalsskrevan. Die Schlucht ist rund 200 Meter lang und 40 Meter tief und entstand, weil vor Jahrmillionen Magma in einen Riss im umliegenden Gestein eindrang — poröser als der Fels drumherum wurde es über die Jahrtausende einfach wieder ausgewaschen, übrig blieb der tiefe Spalt, den man heute von oben bestaunen kann.

Am Ende war es eine mehr als beachtliche Leistung von uns allen vieren. Fabian hat Mats den kompletten Weg über in der Kraxe getragen, und der hat super mitgemacht. Fiete ist komplett ohne Murren mitgelaufen — die ganze Strecke zu Fuß. Die Zahlen dazu: 4:10 Stunden inklusive Pausen, 14.000 Schritte, 8,3 Kilometer und wahnwitzige 1.826 Höhenmeter. Zwischendrin wurde es auch mal richtig steil und felsig — stellenweise war es eher Klettern als Wandern. Aber schön war es, und für das, was man dort oben zu sehen bekommt, haben sich die Mühen definitiv gelohnt.

Halleluja haben uns danach die Füße gequalmt! Abends gab’s nur noch schnell etwas zu essen, dann ging’s direkt ins Bett.

Tag 7: Reine Fahrfakten aus dem Land der geduldigen Autofahrer

Heute mal ausnahmsweise wenig Programm, dafür jede Menge Beobachtungen von der Straße — sonst würde hier nur stehen: Von Bredäng bei Stockholm die halbe Strecke Richtung Höga Kusten gefahren, jetzt eingecheckt auf einem Campingplatz in Hudiksvall. Stattdessen heute mal die Fahrfakten des Tages, gesammelt auf sehr vielen Kilometern E4.

Zwischenzeitlich schliefen übrigens alle drei Passagiere gleichzeitig — Conny, Fiete und Mats, die drei müden Musketiere —, während Fabian tapfer am Steuer durchgehalten hat. Der hatte allerdings vorgesorgt: sein Filterkaffee-Equipment ist mit an Bord, und in weiser Voraussicht hatte er sich heute Morgen noch einen zusätzlichen Kaffee im Thermosbecher aufgegossen und für die Fahrt mitgenommen.

E-Autos, so weit das Auge reicht

Die Schweden fahren offensichtlich gerne elektrisch. Fabians Bauchgefühl-Schätzung: rund 50 Prozent der Autos auf der Straße, in den größeren Städten eher noch mehr.

Geduld statt Ellbogen

Hier funktioniert der Verkehr — und zwar richtig gut. Als auf der E4 mal wieder zwischen ein- und zweispurig je Fahrtrichtung gewechselt wurde, kam plötzlich die Meldung in Google Maps: „Verkehrsunfall vor dir.“ Kurz danach jede Menge Bremslichter. Statt die zweite Spur egoistisch auszunutzen, um sich weiter vorne wieder reinzudrängeln, reihte sich alles brav in einer Linie ein und wartete geduldig, bis es weiterging. Respekt! Und das war beileibe nicht das einzige Beispiel dafür bisher.

Rastplätze: rar gesät

Was die Schweden dagegen eher sparsam handhaben: Rastplätze. Die kommen offenbar nur in sehr großem Abstand. Einen haben wir mitgenommen — danach wäre der nächste erst wieder in 92 Kilometern gekommen.

Tempolimit-Eskalation

Auf „E“-Straßen sind grundsätzlich 110 km/h erlaubt. Bei Uppsala gab’s dann plötzlich ein längeres Stück mit sogar 120 km/h. Fühlt sich mittlerweile an wie 200.

Scheinwerfer werden größer

Ein Zeichen, dass wir dem Norden näherkommen: Immer mehr Autos haben deutlich sichtbare Zusatzscheinwerfer an der Front montiert.

Campingplätze mit Herz für Kinder

Was uns durchgehend positiv aufgefallen ist: Jeder Campingplatz bisher war sauber und hatte einen Spielplatz. Kinder haben hier offensichtlich einen sehr hohen Stellenwert. Wirklich toll.


Während diese Zusammenfassung entsteht, spielen Fiete und Mats total vertieft miteinander auf eben jenem Spielplatz. Fiete hat dort ein herrenloses Laufrad entdeckt und pest damit seitdem über den gesamten Platz — zwischendrin hört man von irgendwo ein fröhliches „Yippieeehhh“. Der Campingplatz selbst ist nahezu leer — nur ein anderer Camper steht hier, die Saison ist offenbar vorbei. Conny lässt es sich derweil in der Sauna gut gehen. Nach den letzten beiden Tagen ist ein bisschen Regeneration einfach angesagt.

Tag 6: 17.500 Schritte, Cherry Garcia und eine Wachablösung mit Textwiederholung

Bestes Wetter, ein vollgepackter Tag zwischen Freilichtmuseum und Altstadt — und am Ende zwei Kinder, die erschöpft, aber glücklich ins Bett gefallen sind.

Ein Prachttag beginnt im Freien

Der Morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein, entsprechend gab’s Frühstück im Freien. Danach wieder zur Bahn, ab in die Innenstadt, dort umgestiegen auf die Straßenbahn — Fiete war schlicht begeistert. Wir dagegen haben uns eher wie Sardinen in der Dose gefühlt, so voll war es.

Skansen: Schwedens ältestes Freilichtmuseum mitten im Trubel

Am Skansen angekommen war schnell klar, warum es so voll war: Skansen ist Schwedens (und auch weltweit) ältestes Freilichtmuseum, 1891 von Artur Hazelius gegründet — rund 150 historische Gebäude aus ganz Schweden, dazu ein Tierpark mit etwa 300 Tieren, überwiegend nordische Arten. Und ausgerechnet heute feierte dort Coop, eine der größten Lebensmittel-Genossenschaften Schwedens, ein großes Familienfest. Trubel und Menschenmassen waren also vorprogrammiert — zum Glück ist der Park riesig, sodass sich das Ganze gut verlaufen hat.

An sich war der Park wirklich schön: viele Tiere, klassische schwedische Häuser aus allen Ecken des Landes. An einem einzigen Tag haben wir in einer Ecke des Parks mindestens 4 „Björns“ gesehen — auf Schwedisch schlicht Bären.

Mittags gab’s dann standesgemäß einen Köttbullar-Wrap, gegessen auf einer Bank bei „Back Mats Stuga“.
Ein Stück weiter wurde ein klassisch schwedischer Volkstanz zu klassischer schwedischer Musik aufgeführt — und Mats hat spontan mitgetanzt.

Weiter zum Schloss: Cherry Garcia und eine Wachablösung mit Textwiederholung

Die Zeit verging wie im Flug. Bevor es für uns morgen weiter Richtung Norden geht, wollten wir aber noch einmal zum Kungliga Slottet, dem Königlichen Schloss — offizielle Residenz der schwedischen Königsfamilie, mitten in Gamla Stan auf dem höchsten Punkt der Altstadt gelegen, mit über 600 Zimmern eines der größten Schlösser Europas. Also rein in die Tram, die sich wieder extrem füllte, zurück zur Bahn und drei Stationen später in Gamla Stan ausgestiegen.

Auf dem Weg zum Schloss dann eine kleine Sensation: ein Ben & Jerry’s-Eisladen, und im Kühlfach — Cherry Garcia! Eine Sorte, die wir auf unserer Elternzeitreise mit Fiete im Camper durch Kanada „entdeckt“ haben und seitdem nicht mehr gesehen hatten. Also hat sich jeder eine Portion gegönnt — und 35 Euro (!!) später hatten wir den Geschmack von vor vier Jahren zurück. Dazu für Conny die erste „Bubble Waffle“ ihres Lebens.

Am Schloss dann das perfekte Timing: Wachablösung. Inklusive gefühlt endloser Wiederholung von „behind the white lines“ durch die diensthabende Soldatin. Hätte sie einen Euro für jedes Mal bekommen, wäre sie heute Abend Millionärin.

Fun Fact des Tages: 17.500 Schritte

Am Ende des Tages qualmten uns die Füße — über 17.500 Schritte standen zu Buche. Fiete hat sie komplett mitgemacht, ohne Roller, alles zu Fuß, und nicht ein einziges Mal gemeckert. Was für eine Leistung! Auch Mats hat tapfer durchgehalten.

Abendessen gab’s entsprechend noch einmal im Freien, danach sind beide direkt ins Bett gefallen.

Tag 5: 4 Aufzüge, 15 Minuten und ein erster nasser Blick auf Stockholm

Ein entspannter Tag mit einem aufregenden Nachmittag — genau die richtige Mischung vor dem großen Stockholm-Tag morgen.

Camper startklar, Spielplatz-Runde, dann Stockholm

Der Morgen war ruhig: einmal alles auffüllen und ablassen, Camper damit fit für die nächsten Tage. Danach noch eine Runde auf dem kleinen, aber wirklich schönen Spielplatz des Campingplatzes an der Astrid Lindgren Welt, bevor es weiter Richtung Stockholm ging. Der neue Platz liegt in einer Wohnsiedlung am Ortsrand, direkt an einem großen See — viel Natur, angenehm groß (und überraschend voll), und trotzdem nah genug an Stockholm dran, dass wir nachmittags spontan noch mit dem Zug reinfahren konnten.

Der Hauptbahnhof als eigenes kleines Abenteuer

Der Ticketpreis hat uns dann direkt mal kurz stutzen lassen: knapp 8 Euro für zwei Erwachsene, und das für eine einfache Fahrt — durchaus ambitioniert. Dafür haben die Kinder in der Bahn für gute Unterhaltung gesorgt: Mats hat auf Hin- und Rückweg konsequent jedem und jeder ein fröhliches “Hallo” zugerufen, während Fiete mächtig stolz war, dass er während der Fahrt stehen durfte, und mehrfach demonstriert hat, dass er sich dabei gar nicht festhalten muss.

Am Hauptbahnhof ging es danach munter weiter: Offenbar wegen eines Laufevents in der Innenstadt war es rappelvoll, dazu ziemlich unübersichtlich und, mit Kinderwagen gesegnet, auch noch echt sparsam ausgestattet, was Aufzüge angeht. Wir haben allein vier(!) Aufzüge gebraucht und rund 15 Minuten, um von Ebene -3 überhaupt bis zum Ausgang zu kommen.
Oben angekommen, die nächste Ansage: Es fing sofort an zu schütten. Kurze Zwangspause also, bevor es überhaupt richtig losgehen konnte.

Ein erster, nasser, aber schöner Eindruck

Danach ging’s zu Sergels Torg — direkt auf dem Vorplatz mit der markanten, 37 Meter hohen Glasskulptur und dem schwarz-weiß gemusterten Boden, der „Plattan“, direkt neben dem Kulturhuset. Von dort ein Stück die Drottninggatan entlang, Stockholms belebte Fußgängerzone mit Geschäften und Cafés auf beiden Seiten. Auf dem Rückweg sind wir parallel dazu Richtung Nybrokajen gelaufen, der Kaimauer am Nybroviken mit Blick auf die dort vertäuten Boote und das Königliche Dramatische Theater gleich um die Ecke. Kein großes Pensum, aber genug für einen ersten, richtig schönen Eindruck von der Stadt. Mit dem im Gepäck ging’s wieder zurück zum Campingplatz.

Und dort dann noch ein kleines Highlight zum Abschluss: zum zweiten Mal an diesem Tag konnten wir unter der Markise draußen essen. Herrlich. Für die passende Untermalung haben abends unsere schwedischen Nachbarn hinter uns auf dem Platz gesorgt — mit waschechter schwedischer Folklore-Musik.


Morgen steht der ganze Tag im Zeichen von Stockholm — die Tickets für Skansen sind bereits online gebucht.

Tag 4: Keine 3 Minuten bis Pippi Langstrumpf

Heute mal kurz und knapp — dafür war der Tag umso schöner.

Die Wahl des Campingplatzes direkt an der Astrid Lindgren Welt hat sich als Volltreffer erwiesen: keine drei Minuten zu Fuß, und wir standen am Eingang. Voucher vorgezeigt, und pünktlich um 10:00 Uhr waren wir drin. Begrüßt wurden die Gäste standesgemäß mit einer kleinen Band und Live-Musik.

Die ALW selbst ist wirklich liebevoll gestaltet. Highlight natürlich: Pippi Langstrumpf — ein Erlebnis, das definitiv nicht nur für die Kleinsten funktioniert.

À propos Highlight: Für Mats hätten es notfalls auch die Pfützen allein getan. In voller Gummi-Matsch-Montur war das ganz klar sein persönliches Highlight des Tages.

Fun Fact des Tages

Fabian hat ein neues Hobby entdeckt: Toiletten-Kassette ausleeren. Macht mächtig Spaß, deshalb möchte er das jetzt am liebsten täglich machen. Wird nicht passieren — gehört aber dazu.


Morgen geht’s nach dem Frühstück weiter nach Stockholm.

Tag 3: Hobbit-Frühstück, ein zugesperrter Zoo und 2.800 Euro, die wir uns gespart haben

Tag 3 war der Tag der Pläne, die sich unterwegs geändert haben — und der zeigte, dass das gar nicht schlimm sein muss, wenn der Ersatzplan ein Frühstück unter der Erde und ein Nachmittag auf dem Spielplatz ist.

Frühstück wie bei den Hobbits

Der Grottvyns Campingplatz hat uns richtig gut gefallen: Die Hütten dort sind im Stil von Herr der Ringe gebaut, halb in den Hang eingelassen, mit runden Türen und Grasdach. Zum Frühstück ging’s entsprechend wie kleine Hobbits in den Gemeinschaftsraum „unter der Erde“. Mats und Fiete konnten dort nach Herzenslust spielen, während wir in Ruhe gefrühstückt haben — ein wirklich entspannter Start in den Tag.

Skånes Djurpark bleibt zu — Plan B, Plan C

Der eigentliche Grund für die Wahl des Campingplatzes: Direkt nebenan liegt der Skånes Djurpark, ein 1953 gegründeter Tierpark mit rund 900 Tieren aus fast 100 Arten, spezialisiert auf nordische Fauna. Leider hatte sich der Betreiber wegen des schlechten Wetters entschieden, schon jetzt in den Herbst-/Winter-Modus zu wechseln — Ergebnis: geschlossen.

Plan B war das Bosjökloster, ein Schloss mit Gärten am Ufer des Ringsjön, das im 12. Jahrhundert als Benediktiner-Nonnenkloster gegründet wurde und seit 1908 im Besitz der Familie Bonde ist. Auch das haben wir uns wegen des Dauerregens am Ende gespart. Stattdessen: ein kurzer, aber schöner Aufenthalt auf dem Spielplatz des Campingplatzes, dann weiter Richtung Vimmerby.

Zwischenstopp Växjö: Toilettenchemie bei Biltema

Auf halber Strecke sind wir in Växjö hängengeblieben — unser Vermieter hatte vergessen, uns Toilettenchemie für den Camper mitzugeben. Wir waren uns aber sicher, dass wir bei Biltema fündig werden, der schwedischen Handelskette für alles rund ums Auto, Camping und Werkzeug, die es praktisch in jeder größeren Stadt gibt. Und tatsächlich: Problem gelöst, weiter ging’s.

In Växjö hat es außerdem zum ersten Mal „Ka-Ching“ gemacht: erste Tankfüllung der Reise, 66 Liter Diesel für 130 Euro. Und das ist erst der Anfang.

Ankunft in Vimmerby

Jetzt stehen wir auf dem Campingplatz direkt vor der Astrid Lindgren Welt — unser Ziel für morgen.

Fun Fact des Tages

Hier stehen gefühlt alle 1,5 Kilometer Blitzer, und Google Maps darf ganz offiziell davor warnen. Entsprechend ging es die ganze Fahrt über im Minutentakt: „Kurz vor dir auf deiner Route ist eine Geschwindigkeitsmessung voraus.“ Hätten wir uns nicht genau an die Tempolimits gehalten, wären wir heute wohl locker 2.800 Euro ärmer.


Morgen: Astrid-Lindgren-Welt — Fiete und Mats dürften ihre helle Freude haben.

Tag 1 & 2: Ein Hot Dog, 10.000 Schritte durch Kopenhagen und glibschige Rochen

Die ersten beiden Tage liegen hinter uns — und sie haben vor allem eins gezeigt: Wie unterschiedlich diese Reise für jeden von uns gerade ist. Für die Großen ist es Kopenhagen, Brücken und Grenzen. Für Mats und Fiete ist es eine Fähre zum Rennen, eine Treppe zum Ein- und Ausfahren und ein Bett, das sofort zum Lieblingsort wird.

Tag 1: Trittau, eine Fähre und der erste dänische Hot Dog

Los ging’s von zu Hause in Richtung Puttgarden. Die Standzeit vor der Fähre war überraschend kurz — ehe wir uns versahen, waren wir schon an Bord und auf dem Weg über die Vogelfluglinie nach Rødby. Ahoj Dänemark!

Der eigentliche Star der Überfahrt war aber Mats. Kaum an Bord, ist er völlig beschwipst vor Begeisterung (und Wellengang) über das Deck gerannt — die Weite, der Wind, das Schaukeln des Schiffs, für ihn war das der pure Rausch. Fiete wiederum hat auf der Fähre schon seine erste große Liebe zum Camper entdeckt: die Trittstufe am Einstieg. Aus- und einfahren, wieder aus- und einfahren — die kann er gar nicht oft genug betätigen, und das wird uns die nächsten Wochen sicher noch öfter begleiten.

Direkt von der Fähre ging es weiter Richtung Kopenhagen, und man hat es regelrecht gespürt, wann man sich einer Großstadt nähert: Je näher wir kamen, desto zähflüssiger wurde der Verkehr. Der Campingplatz am Ziel hat dafür alles wieder wettgemacht — großzügig, mit einem richtig guten Spielplatz, an dem die Kinder sich sofort ausgetobt haben. Zum Abendessen gab’s, stilecht für den ersten Abend in Dänemark, Hot Dogs.

Tag 2: Zu Fuß durch Kopenhagen — vom Rathaus zum Nyhavn

Duschen ist für Mats sonst die reinste Freude — heute Morgen aber nicht. Plötzlich Panik, obwohl doch eigentlich alles genauso ist wie sonst. Nur ist es eben für ihn alles ein kleines bisschen anders: neue Dusche, neuer Ort, neue Geräusche. Ganz geduldig hat er trotzdem auf der Bank in der Dusche gesessen und gewartet, bis Mama fertig war. Und während wir uns über die kinderfreundliche Ausstattung gefreut haben, kam aus dem Duschkopf selbst eher eine Nieseldusche als ein richtiger Wasserstrahl — man kann eben nicht alles haben.

Dann ging’s Richtung Innenstadt. Schnell war klar: Parkplätze in Kopenhagens Zentrum sind für einen 7,39 Meter langen Camper nicht wirklich gemacht. Am Kalvebod Brygge sind wir schließlich fündig geworden und von dort zu Fuß losgezogen.

Die Route führte am Tivoli vorbei zum Rathaus, weiter über die Strøget — mit einem gezielten Zwischenstopp in einem der zahlreichen Lego-Shops, das musste sein — zum Højbro Plads und schließlich zum Christiansborg Slot. Kleiner Fun Fact am Rande: Christiansborg ist weltweit das einzige Gebäude, in dem alle drei Staatsgewalten unter einem Dach sitzen — Parlament, Regierung und oberstes Gericht. Direkt nebenan hätten wir gerne noch einen Blick auf die Børsen geworfen, die war aber wegen Bauarbeiten komplett eingehüllt. Von dort sind wir weiter bis zum Nyhavn spaziert, bevor es zurück zum Camper ging. Am Ende stand ein lockerer fünfstelliger Wert auf der Schrittzähler-Uhr: rund 10.000 Schritte.

Glibschige Rochen und ein weißer Hai zum Staunen

Kaum losgefahren Richtung Blå Planet, standen wir auch schon wieder still — eine Klappbrücke öffnete sich, kurze Zwangspause und offner Mund bei Fiete inklusive. Danach ging’s weiter zum Aquarium, und das war die Mühe wirklich wert. In den Touch-Becken durften wir unter anderem Rochen anfassen — ganz glibschig haben die sich angefühlt, und die Begeisterung war allen ins Gesicht geschrieben. Dazu ein beeindruckendes Ausstellungsstück eines weißen Hais in Originalgröße und Gebisse verschiedener Haiarten zum Anschauen — da haben wir alle gestaunt, groß wie klein.

Blå Planet, 2013 eröffnet und mit seiner wirbelartigen Form von Meeresströmungen inspiriert, ist mit über 50 Becken, 20.000 Tieren und einem vier Millionen Liter fassenden Hauptbecken das größte Aquarium Nordeuropas. Und für uns bislang schlicht das schönste Aquarium überhaupt: super gepflegt, liebevoll angelegt, mit wirklich beeindruckenden Unterwasserwelten.

Danach ging es direkt auf die Öresundbrücke — 160 Euro später waren wir in Schweden. Kaum an Malmö vorbei, dann gleich die nächste Überraschung: mitten auf der Autobahn plötzlich Bushaltestellen. Verrückt! Jetzt stehen wir bei Höör und haben uns zum Abendessen eine Pizza mit Dönerfleisch und Pommes gegönnt — eine Kombination, die uns selbst überrascht hat, aber überraschend gut funktioniert.

Fiete hat inzwischen längst sein Urteil gefällt: Das Bett im Camper findet er richtig kuschelig. Beim Abendessen kam prompt der Satz: „Ich möchte jetzt in den Camper und schlafen.“ Am liebsten würden wir alle zusammen kuscheln — aber wegen der steilen Treppe zum Bett im Heck hat Mama ein bisschen Angst vor der Absturzgefahr, deshalb schläft Fiete vorerst in seinem eigenen Bett weiter vorne.

Fun Fact des Tages

In Kopenhagen werden riesige Flachbild-Fernseher ganz selbstverständlich auf dem Fahrradgepäckträger transportiert — auch wenn sie gefühlt fünfmal so breit sind wie das Fahrrad lang ist.


Morgen geht’s weiter Richtung Vimmerby — die Astrid-Lindgren-Welt ruft.

ZDF – Zahlen, Daten, (Fun) Fakten

Morgen geht’s los: 5.800 Kilometer, ein Neumond und ein Camper, der uns knapp überrascht hat

Heute Nachmittag haben wir ihn abgeholt: einen Hymer Tramp S 680, 7,39 Meter lang, 2,29 Meter breit, 2,96 Meter hoch — unser Zuhause für die nächsten 32 Tage. Morgen früh geht’s los: Trittau, Fähre Puttgarden–Rødby, und dann fünf Wochen lang Richtung Norden, bis wir irgendwo über den Lofoten hoffentlich ein paar Nordlichter zu sehen bekommen.

Bevor wir losfahren, noch schnell ein paar Zahlen und Kuriositäten, die sich beim Planen angesammelt haben — teils beruhigend, teils Kopfschmerzen verursachend, alle echt.

Die Reise in Zahlen

5.800 Kilometer, 32 Tage, 3 Länder, 4 Währungen. Dänische Kronen, schwedische Kronen, norwegische Kronen und Euro — wir haben uns eine einzige Regel eingeprägt: am Kartenterminal nie „in Euro zahlen“ antippen. Rechnet der Automat selbst um (Dynamic Currency Conversion heißt das offiziell), kostet das 3 bis 7 Prozent mehr, als es müsste. Klingt nach Kleinkram, läppert sich aber bei jeder einzelnen Zahlung.

Und dann ist da unser Camper. Als wir ihn heute übernommen haben, war klar: Der Tramp S 680 ist kein kleines Fahrzeug. 7,39 Meter Länge, 2,29 Meter Breite (mit Spiegeln eher 2,55 Meter), 2,96 Meter Höhe — länger als mancher Kleinbus, und genau diese Zahlen werden uns später in den engen Gassen der Lofoten-Fischerdörfer noch beschäftigen. Die gute Nachricht: An keinem einzigen Mauttarif ändert sich dadurch etwas. Ob Norwegen-Fähren, Öresundbrücke oder die Ostsee-Fähre — überall liegen wir noch komfortabel innerhalb derselben Preisbänder wie ein deutlich kürzeres Fahrzeug. Teurer würde es erst ab 8 Metern.

Das eigentliche Nadelöhr ist ohnehin nicht die Länge, sondern das Gewicht: Zulässige Gesamtmasse 3.500 kg, Leergewicht fahrbereit rund 3.013 kg — bleiben uns knapp 487 Kilogramm für vier Personen, Gepäck, Proviant und Wasser, über 32 Tage. Packen war in den letzten Wochen weniger Tetris, mehr Kopfrechnen.

Warum genau diese fünf Wochen

Die Route ist nicht zufällig so gelegt, wie sie ist. Am 1. September, unserem Abfahrtstag, gibt es auf den Lofoten noch null Stunden astronomische Dunkelheit — die Sommernacht ist praktisch nie ganz dunkel. Bis wir Ende September dort ankommen, sind daraus über sechs Stunden Nacht geworden. Wir fahren der Dunkelheit im Grunde hinterher, weil man ohne sie schlicht kein Nordlicht sieht.

Am 11. September ist außerdem Neumond — die dunkelste, mondloseste Nacht der ganzen Reise, ausgerechnet wenn wir im schwedischen Binnenland bei Arjeplog stehen. Und zwei Tage später, am 13. September, treffen wir mit ähnlich gutem Timing auf den Saltstraumen, den stärksten Gezeitenstrom der Welt: 400 Millionen Kubikmeter Wasser drücken viermal täglich durch einen nur 150 Meter schmalen Sund, mit bis zu 20 Knoten und Strudeln von bis zu 10 Metern Durchmesser — und wir erwischen ihn exakt zur Springtide, zwei Tage nach Neumond, wenn der Strom am stärksten ist.

Auch das Ende der Reise ist kein Zufall: Um den 22. bis 24. September, kurz vor der Herbst-Tagundnachtgleiche, liegt unsere zweite Nordlicht-Phase in Abisko. Um die Äquinoktien herum ist geomagnetische Aktivität statistisch nachweisbar erhöht — der sogenannte Russell-McPherron-Effekt, benannt nach der günstigeren Ausrichtung von Erdmagnetfeld und Sonnenwind zu dieser Jahreszeit. Klingt nach Physik-Vorlesung, heißt für uns aber: bessere Chancen, genau dann, wenn wir sowieso da sind.

Ganz ehrlich sein müssen wir bei einem Punkt: Auf den Lofoten ist nicht die Dunkelheit unser größter Gegner, sondern die Wolken. Der September dort hat im Schnitt 24 Regentage bei nur 3,4 Sonnenstunden am Tag. Für praktisch jeden einzelnen Tag steht deshalb ein wetterfester Plan B in der Tasche — Museum, Aquarium oder Science-Center statt Strand.

Kleine Logistik-Kuriositäten am Rande

Die Fähre, mit der wir morgen von Puttgarden nach Rødby übersetzen, trägt einen schönen Namen: Vogelfluglinie — benannt nach der internationalen Vogelzugroute, die exakt hier über die Ostsee verläuft. Wir nehmen also denselben Weg wie die Zugvögel, nur mit mehr Gepäck.

Unsere Gasflasche reicht rechnerisch nur für 16 bis 20 der 32 Reisetage — Nachkauf unterwegs in Schweden ist von Anfang an fest eingeplant, keine Notlösung. Die Dieselheizung wiederum hat einen eingebauten Selbstschutz: Sie stellt sich automatisch ab, sobald der Tank nur noch zu einem Viertel voll ist, damit wir nicht aus Versehen ohne Reserve für den Rückweg dastehen. Bei Frostnächten im hohen Norden ein Detail, das über eine kalte Nacht entscheiden kann.

Und obwohl Skandinavien praktisch bargeldlos ist, dürfen wir ausgerechnet die lokalen Bezahl-Apps nicht nutzen: Swish, Vipps und MobilePay setzen alle ein einheimisches Konto mit Personennummer voraus. Karte in Landeswährung bleibt also unser Weg.

Norwegen ist zudem nicht Teil der EU — mitten in der Reise, am 13. September beim Grenzübertritt Junkerdal/Graddis, gelten plötzlich wieder Einfuhrbestimmungen für Fleisch, Milchprodukte und Alkohol. Fühlt sich seltsam an, wenn man gerade erst durch drei EU-Länder gefahren ist.

Und die Kinder?

Fiete entscheidet an einer Stelle sogar über unser Programm: Die Grubenfahrt in der LKAB-Eisenerzmine in Kiruna hat Mindestalter 6 — Mats mit 1,5 Jahren müsste draußen bleiben. Also fällt der Punkt für die ganze Familie aus, keine Diskussion. Dafür zieht sich Astrid Lindgren als roter Faden durch die erste Hälfte der Reise: von der Astrid-Lindgren-Welt in Vimmerby bis nach Junibacken in Stockholm, zwei Tage, zwei Orte, eine Kindheitswelt.


Morgen früh starten wir. Ob wir tatsächlich Nordlicht sehen, ob die 487 Kilo Zuladung halten, und ob der Tramp S 680 wirklich durch jede Gasse der Lofoten passt — das erzählen wir euch von unterwegs.