Zwei Tage voller Zahlen, die für sich sprechen — aber vorher noch ein Nachtrag, der einfach zu gut ist, um ihn auszulassen.
Nachtrag zu Tag 7: Der Stuhl-Käfer
Beim Abendessen wollte Mats mal testen, wie stabil die Campingstühle eigentlich sind — mit einem Ruck gegen die Lehne. Ergebnis: Der Stuhl kippte nach hinten und klappte im Fallen gleich noch zusammen. So lag Mats wie ein Käfer auf dem Rücken, gefangen im zusammengeklappten Stuhl, auf dem Boden — und wusste selbst nicht so richtig, ob er jetzt lachen oder weinen sollte.
Tag 8: Über die Högakustenbron zum Naturum
Rund 2,5 Stunden Fahrt brachten uns zur Högakustenbron — und die verdient ein paar Zahlen für sich: 1997 eröffnet, 1.867 Meter Gesamtlänge, davon 1.210 Meter Hauptspannweite — fast so lang wie die der Golden Gate Bridge. Die Pylone ragen 186 Meter in die Höhe, und die Brücke zählt zu den längsten Hängebrücken Europas. Direkt dahinter haben wir einen richtig tollen Rastplatz gefunden, erhöht gelegen, mit direktem Blick vom Camper aus auf die Brücke und das Wasser. So macht Mittagspause richtig Spaß.
Weiter ging’s nach Docksta zum Naturum Höga Kusten, dem Besucherzentrum der Region. Dort erfährt man, warum die Höga Kusten seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltnaturerbe ist: Seit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 9.600 Jahren hat sich der Boden hier um bis zu 286 Meter gehoben — die höchste bekannte postglaziale Landhebung der Welt. Direkt vor dem Naturum wartete außerdem ein richtig toller Spielplatz, auf dem Fiete und Mats sich austoben konnten.
Fun Fact der knapp 30-minütigen Fahrt von der Brücke zum Naturum: Fiete, ganz ernsthaft von der Rückbank: „Mama, was meint Papa eigentlich, wenn er sagt ‚wir fahren noch eine Weile‘? Du bist doch mit ihm verliebt. Du kannst ihn doch verstehen.“
Danach ging’s weiter zum Campingplatz FriluftsByn. Das Konzept dort hat sich uns ehrlich gesagt noch nicht ganz erschlossen, aber es liegt mitten im Grünen und ist komplett leer. Nebenan steht ein großes Holzhaus mit Bar, kleinem Restaurant und einer Bühne für Live-Musik. Als wir ankamen, liefen gerade die Proben für den Abend — man erzählte uns, dass junge Künstler auftreten würden, die vor vier Jahren hier vor Ort waren und Lieder geschrieben hatten. Leider startete das Event so spät, dass wir davon am Ende nichts mehr mitbekommen haben.
Tag 9: Die große Wanderung — Skuleskogen und Slåttdalsskrevan
Am nächsten Tag stand das Highlight der Höga Kusten an: der Skuleskogens Nationalpark mit seiner berühmten Felsspalte Slåttdalsskrevan. Die Schlucht ist rund 200 Meter lang und 40 Meter tief und entstand, weil vor Jahrmillionen Magma in einen Riss im umliegenden Gestein eindrang — poröser als der Fels drumherum wurde es über die Jahrtausende einfach wieder ausgewaschen, übrig blieb der tiefe Spalt, den man heute von oben bestaunen kann.
Am Ende war es eine mehr als beachtliche Leistung von uns allen vieren. Fabian hat Mats den kompletten Weg über in der Kraxe getragen, und der hat super mitgemacht. Fiete ist komplett ohne Murren mitgelaufen — die ganze Strecke zu Fuß. Die Zahlen dazu: 4:10 Stunden inklusive Pausen, 14.000 Schritte, 8,3 Kilometer und wahnwitzige 1.826 Höhenmeter. Zwischendrin wurde es auch mal richtig steil und felsig — stellenweise war es eher Klettern als Wandern. Aber schön war es, und für das, was man dort oben zu sehen bekommt, haben sich die Mühen definitiv gelohnt.
Halleluja haben uns danach die Füße gequalmt! Abends gab’s nur noch schnell etwas zu essen, dann ging’s direkt ins Bett.