Heute mal ausnahmsweise wenig Programm, dafür jede Menge Beobachtungen von der Straße — sonst würde hier nur stehen: Von Bredäng bei Stockholm die halbe Strecke Richtung Höga Kusten gefahren, jetzt eingecheckt auf einem Campingplatz in Hudiksvall. Stattdessen heute mal die Fahrfakten des Tages, gesammelt auf sehr vielen Kilometern E4.
Zwischenzeitlich schliefen übrigens alle drei Passagiere gleichzeitig — Conny, Fiete und Mats, die drei müden Musketiere —, während Fabian tapfer am Steuer durchgehalten hat. Der hatte allerdings vorgesorgt: sein Filterkaffee-Equipment ist mit an Bord, und in weiser Voraussicht hatte er sich heute Morgen noch einen zusätzlichen Kaffee im Thermosbecher aufgegossen und für die Fahrt mitgenommen.
E-Autos, so weit das Auge reicht
Die Schweden fahren offensichtlich gerne elektrisch. Fabians Bauchgefühl-Schätzung: rund 50 Prozent der Autos auf der Straße, in den größeren Städten eher noch mehr.
Geduld statt Ellbogen
Hier funktioniert der Verkehr — und zwar richtig gut. Als auf der E4 mal wieder zwischen ein- und zweispurig je Fahrtrichtung gewechselt wurde, kam plötzlich die Meldung in Google Maps: „Verkehrsunfall vor dir.“ Kurz danach jede Menge Bremslichter. Statt die zweite Spur egoistisch auszunutzen, um sich weiter vorne wieder reinzudrängeln, reihte sich alles brav in einer Linie ein und wartete geduldig, bis es weiterging. Respekt! Und das war beileibe nicht das einzige Beispiel dafür bisher.
Rastplätze: rar gesät
Was die Schweden dagegen eher sparsam handhaben: Rastplätze. Die kommen offenbar nur in sehr großem Abstand. Einen haben wir mitgenommen — danach wäre der nächste erst wieder in 92 Kilometern gekommen.
Tempolimit-Eskalation
Auf „E“-Straßen sind grundsätzlich 110 km/h erlaubt. Bei Uppsala gab’s dann plötzlich ein längeres Stück mit sogar 120 km/h. Fühlt sich mittlerweile an wie 200.
Scheinwerfer werden größer
Ein Zeichen, dass wir dem Norden näherkommen: Immer mehr Autos haben deutlich sichtbare Zusatzscheinwerfer an der Front montiert.
Campingplätze mit Herz für Kinder
Was uns durchgehend positiv aufgefallen ist: Jeder Campingplatz bisher war sauber und hatte einen Spielplatz. Kinder haben hier offensichtlich einen sehr hohen Stellenwert. Wirklich toll.
Während diese Zusammenfassung entsteht, spielen Fiete und Mats total vertieft miteinander auf eben jenem Spielplatz. Fiete hat dort ein herrenloses Laufrad entdeckt und pest damit seitdem über den gesamten Platz — zwischendrin hört man von irgendwo ein fröhliches „Yippieeehhh“. Der Campingplatz selbst ist nahezu leer — nur ein anderer Camper steht hier, die Saison ist offenbar vorbei. Conny lässt es sich derweil in der Sauna gut gehen. Nach den letzten beiden Tagen ist ein bisschen Regeneration einfach angesagt.