Tag 17: Regen in drei Stufen, ein kletternder Mats und Zimtschnecken, die alles toppen

Von einer stürmischen Nacht über ein Fischerdorf wie aus dem Bilderbuch bis zur heimlichen Hauptstadt der Lofoten — dieser Tag hatte einiges zu bieten.

Die Nacht: Regen in drei Stufen

Die vergangene Nacht war geprägt von Regen in drei Stufen: stark, stärker, am stärksten. Der Platz, auf dem wir standen, war schon vorher durchnässt — am nächsten Morgen war er komplett geflutet. Dazu war es nachts so windig, dass es den Camper einige Male ordentlich durchgerüttelt hat. Geschüttelt, nicht gerührt, sind wir entsprechend am nächsten Morgen aufgewacht.

Henningsvær: das „Venedig der Lofoten“

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es nach Henningsvær — ein Fischerdorf, das sich über mehrere kleine, durch Brücken verbundene Inseln erstreckt und deshalb gerne „Venedig der Lofoten“ genannt wird. Wir sind durch den Ort geschlendert, und Fiete hat dabei auf einem Hausdach „Sonnentablets“ entdeckt — gemeint waren natürlich PV-Module. Danach haben wir uns auch den berühmten Fußballplatz angesehen: Der liegt auf der Insel Hellandsøya, auf drei Seiten von felsigen Klippen und dem offenen Atlantik umgeben, ein Kunstrasenplatz für rund 500 Zuschauer, der eigentlich nur dem lokalen Amateurfußball dient — aber wegen seiner spektakulären Lage international bekannt wurde und schon Mannschaften bis aus den USA angezogen hat.

Fiete und Fabian wollten sich den Platz dann auch mal von dem Felshügel darüber ansehen und sind hochgeklettert. Das konnte Mats natürlich nicht auf sich sitzen lassen — und ist kurzerhand den anspruchsvollen Weg auch zur Hälfte hochgeklettert, als wäre es nichts und er hätte nie etwas anderes gemacht. Die Umstehenden waren sichtlich beeindruckt. Wir natürlich auch.

Zimtschnecken, die alles toppen

Auf dem Rückweg ging es dann zu einer Bäckerei, Proviant in Form von Zimtschnecken besorgen. Und ganz ehrlich? Die waren sogar noch mal besser als die in Å! Da es nur eine einzige, schmale Zufahrtsstraße nach Henningsvær gibt, haben wir uns auf dem Rückweg zur Hauptstraße noch einen tollen Parkplatz mit Aussicht auf den Fjord ergattert und dort eine kleine Rast eingelegt.

Svolvær: die heimliche Hauptstadt der Lofoten

Weiter ging es dann nach Svolvær, mit rund 4.775 Einwohnern die größte Stadt der Lofoten und Verwaltungssitz der Gemeinde Vågan — mit Gericht, Polizeistation und der Fischereibehörde, die die gesamte Fischerei der Lofoten koordiniert. Seit 1893 ist Svolvær zudem Hurtigruten-Hafen auf der Route zwischen Bergen und Kirkenes. Die Fischerei-Tradition ist bis heute spürbar: Wo in den 1920er-Jahren rund 7.800 registrierte Fischer aktiv waren, fangen heute noch etwa 3.000 in der Saison bis zu 50.000 Tonnen Kabeljau. Dort haben wir unseren Proviant aufgefüllt.

Danach ging es direkt weiter zum Campingplatz — kein Highlight an sich, aber auch hier standen wir wieder direkt am Wasser. Fiete und Mats haben dann kurzerhand den Schotter vom Platz ins Wasser geworfen und sich köstlich über das „Platsch“ gefreut.