Ein Tag, der uns die Lofoten in ihrer ganzen Pracht gezeigt hat — und uns am Ende zu einer spontanen Planänderung gebracht hat.
Später Ankommen, früher Weckruf
Spät angekommen in Moskenes um 20:30 Uhr, mussten wir die Fährfahrt erst mal verdauen. Entsprechend ging es für alle vier erst spät ins Bett. Trotzdem meinte Mats: „5:10 Uhr ist und bleibt meine Zeit — aufstehen!“ Und so sollte es dann auch sein.
Å: Aussichtspunkte, Postkartenmotiv und Zimtschnecken seit 1844
Den eigentlichen Tag haben wir dann in Å begonnen, dem südlichsten Dorf der Lofoten. Erst ein kurzer Spaziergang zu den felsig-matschigen Aussichtspunkten im Süden, danach der Ort selbst. Gekrönt wurde der Vormittag von leckeren, handgemachten Zimtschnecken bei der Bakeriet på Å — einer 1844 erbauten, nach einem Brand 1888 wiederaufgebauten und heute denkmalgeschützten Bäckerei, die noch nach traditioneller Methode im Holzofen backt und ihren Gästen dabei über die Schulter schauen lässt. Der Anblick eines typischen Fischerörtchens ist atemberaubend schön — genau wie der Blick auf die massiven Felswände direkt dahinter.
Reine, Sakrisøy, Hamnøy: schön, aber irgendwie doch immer gleich
Von Å ging es weiter nach Reine. Nicht minder schön, aber irgendwie doch sehr ähnlich. Auch die folgenden Örtchen Sakrisøy und Hamnøy sind dann irgendwie Kopien — gibt es quasi in den Größen „klein“, „mittel“ und „groß“. Nicht falsch verstehen: Es ist super schön. Aber auch immer gleich.
Der Weg zwischen den Orten ist dagegen nicht immer gleich. Es gibt durchaus normal breite Straßen, aber nur sehr wenige. Die Straßen sind eng, teilweise sehr eng, Brücken zwischen den Landteilen vielfach einspurig und mit Ampeln versehen. Wo es außerhalb der Saison schon leicht stockt, wollen wir uns nicht vorstellen, wie es hier in der Hochsaison aussieht.
Unser Fazit nach dem Besuch der südlichsten Orte der Lofoten: wunderschön, aber alles irgendwie gleich. Und vieles davon ist mit Kindern schlicht nicht machbar — wie zum Beispiel das Erklimmen des Reinebringen. Der Aussichtsberg über Reine ist 448 Meter hoch, der Aufstieg führt über 1.978 zwischen 2016 und 2021 gebaute Sherpa-Steintreppenstufen und endet auf einem schmalen, ausgesetzten Grat. Bei Sonne gilt die Tour als machbar, bei Regen oder Schnee als anspruchsvoll — für einen Sechsjährigen und erst recht für den 1,5-Jährigen definitiv nichts.
Spontane Umplanung: weniger Lofoten, mehr Abisko und Kiruna
Von daher haben wir uns spontan entschieden: Wir verkürzen den eigentlich als Hauptteil der Reise gedachten Besuch der Lofoten und fahren nur noch die absoluten Highlights an. Dafür verlängern wir den Aufenthalt im schwedischen Binnenland rund um Abisko und Kiruna — dort stehen die Chancen auf Polarlichter noch mal besser als hier.
Ein weiterer Grund ist das Wetter. Zwar hatten wir einen regenfreien, teilweise sonnigen halben Tag, aber zum Nachmittag hin zog es zu, und es begann zu regnen. Nachts ist es hier aktuell überwiegend vollständig bewölkt — und obwohl alle Voraussetzungen für Polarlichter erfüllt wären, sehen wir sie unter der geschlossenen Wolkendecke schlicht nicht. Also nutzen wir die Flexibilität, die uns die Reise lässt, und planen spontan um.
Morgen schauen wir uns dann den mittleren Teil der Lofoten in Ruhe an.