Tag 32: Camper-Abgabe, die Reise in Zahlen und unser Fazit

Heute hieß es Abschied nehmen von unserem rollenden Zuhause der letzten Wochen. Zeit für einen Blick auf die nackten Zahlen und auf das, was von dieser Reise bei jedem von uns vieren hängen bleibt.

Die Abgabe: Kaution futsch

Den Camper haben wir heute frisch gereinigt beim Vermieter abgegeben. Das eine Thema, das seit Storforsen über uns schwebte, war damit aber noch nicht erledigt: der Aufsetzer am Feldweg, bei dem sich die Schürze samt Rücklicht hinten losgerissen hatte. Bei der Begutachtung kam dann die Gewissheit, und die war leider teurer als erhofft: Der Schaden liegt bei über 3.000 Euro. Da die Kaution genau der Höhe der Selbstbeteiligung entspricht, heißt das ganz einfach: Kaution futsch.

Ärgerlich? Natürlich. Aber wie schon an dem Tag selbst gilt auch jetzt: Passiert ist passiert. Und es ändert nichts an dem, was wir in diesen Wochen erlebt haben.

Die Reise in Zahlen

Vom Start bei 38.617 Kilometern bis zur Rückkehr bei 43.812 Kilometern haben wir insgesamt 5.195 Kilometer zurückgelegt — durch Dänemark, Schweden und Norwegen, bis weit über den Polarkreis hinaus und wieder zurück.

Dafür haben wir neunmal getankt, das erste Mal in Växjö, das letzte Mal heute vor der Abgabe in Elmshorn. Zusammen sind dabei knapp 540 Liter Diesel in den Tank geflossen. Bezahlt haben wir in drei Währungen: rund 10.470 schwedische Kronen, 1.500 norwegische Kronen und 33 Euro. Umgerechnet mit den Kursen von Mitte September sind das etwa 1.100 Euro für Diesel, also gut 21 Euro pro 100 Kilometer.

Daraus ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch von rund 10,4 Litern auf 100 Kilometer. Wichtig dabei: Darin steckt nicht nur das Fahren, sondern auch die Dieselheizung. Und die hatte gut zu tun, denn je weiter wir nach Norden kamen, desto kälter wurde es. Nächte mit nur zwei bis vier Grad waren keine Seltenheit, und in Jokkmokk hatten wir morgens sogar leichten Frost. Für einen großen Camper mit Heizung im Dauereinsatz finden wir den Wert absolut in Ordnung.

Unser Fazit

Und dann ist da noch die Frage, die nach so einer Reise am meisten zählt: Was bleibt? Wir haben jeden von uns gefragt.

Fiete

Für Fiete ganz oben auf der Liste: die Gondelfahrt. Die „Gondula“ hinauf auf den Nuolja bei Abisko war für ihn eines der ganz großen Abenteuer. Dicht dahinter die Hüpfkissen auf den First-Camp-Plätzen, auf denen er sich jedes Mal aufs Neue austoben konnte, und die Skaterplätze in Kiruna und Gränna, wo er mit seinem Roller die Pisten rauf und runter geflitzt ist. Und natürlich: das Schoko-Fondue. Wer ihn bei den Fondue-Abenden im Camper erlebt hat, weiß, warum.

Nicht gefallen hat ihm dagegen, dass das Schwimmbad am Campingplatz in Jokkmokk geschlossen hatte. Und dass es, zumindest in seiner Wahrnehmung, ziemlich viele Plumpsklos gab. Das waschechte Exemplar am Nuolja hat offenbar Eindruck hinterlassen.

Mama

Für Conny war das Schönste ganz klar die Zeit zusammen. Das Kuscheln im Camper, wenn draußen der Regen prasselte oder der Wind am Fahrzeug rüttelte. Und auch bei ihr: die Schoko-Fondues, die zu kleinen Ritualen dieser Reise geworden sind.

Was ihr nicht gefallen hat? Die Tage waren einfach zu kurz.

Mats

Mats‘ Fazit lässt sich in einem Wort zusammenfassen: „Huiiii!“ Rutschen, Rutschen und nochmal Rutschen — egal ob in Jokkmokk, auf dem Platz bei Luleå, wo er morgens schon aus dem Fenster „Huiiii, huiiii!“ rief, oder auf irgendeinem Spielplatz am Wegesrand. Dazu die Hüpfkissen und vor allem: so viel Bruder-Zeit wie nie zuvor. Wie er geduldig am Ende der Rutsche auf Fiete wartete und ihm hinterherlief, wenn der eine andere genommen hatte, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Papa

Für Fabian steht ebenfalls die gemeinsame Zeit an erster Stelle: einen ganzen Monat lang zu viert, ohne Alltag, ohne Termine. Dazu die Natur und die Landschaft, die uns immer wieder sprachlos gemacht hat — die Höga Kusten, die Berge hinter der norwegischen Grenze, die Lofoten, die tosenden Wassermassen von Saltstraumen und Storforsen.

Nicht gefallen hat ihm die Hygienesituation auf einigen wenigen Campingplätzen. Und dann natürlich das, worauf wir uns von Anfang an so gefreut hatten: Polarlichter. Wir haben die Lofoten verkürzt, sind länger in Abisko, Kiruna und Jokkmokk geblieben und haben Nacht für Nacht in den Himmel geschaut. Doch meistens lag eine geschlossene Wolkendecke darüber. Wir haben keine gesehen. Ein Grund mehr, irgendwann wiederzukommen.