Ein Fahrtag von Luleå nach Umeå, der mit einer lauten Erklärung für den Vorabend begann, uns unterwegs echten IKEA-Namensgebern begegnen ließ und mit einem Werbeschild endete, das für Lachtränen sorgte.
Kampfjets über dem Campingplatz: die Auflösung
Zunächst aber noch ein Nachtrag zum gestrigen Abend, der uns ziemlich beschäftigt hatte: Bis nach 21 Uhr waren mehrfach Kampfjets über unseren Campingplatz geflogen, teils recht tief, teils richtig schnell. Des Rätsels Lösung fanden wir erst am nächsten Tag: Ganz in der Nähe liegt Kallax, der Flugplatz von Luleå, seit 1941 Heimat des Norrbotten Wing (F 21) der schwedischen Luftwaffe. Dort sind unter anderem JAS-39-Gripen-Kampfjets stationiert, und genau hier findet nach der Grundausbildung an der Flugschule die abschließende Einsatzausbildung schwedischer Kampfpiloten statt. Kein Wunder also, dass am Himmel über uns so viel los war.
IKEA-Möbel live erlebt
Und wo wir schon bei Kallax sind: Auf dem Weg sind wir tatsächlich an dem gleichnamigen Ort vorbeigefahren — und uns ist dabei aufgefallen, dass wir hier schon einige „Ikea-Möbel“ in echt entdeckt haben. Kein Zufall, denn der winzige, nur aus ein paar Häusern bestehende Ort bei Luleå ist tatsächlich der Namensgeber des bekannten Ikea-Regalsystems. Ikea folgt bei der Namensgebung nämlich einem festen System: Betten und Kleiderschränke bekommen norwegische Ortsnamen, Bücherregale, Sofas und Couchtische wie eben Kallax schwedische, Esstische und Stühle finnische, Teppiche dänische. Wer durch Nordschweden fährt, kommt am Möbelhaus-Bingo also kaum vorbei.
Kühlfach-Tetris am Morgen
Gestern hatten wir ja mit dem 70-Prozent-Rabatt-Eis ordentlich zugeschlagen — und es dann nur mit einiger Mühe überhaupt ins Eisfach vom Camper gequetscht. Entsprechend stand heute Morgen erst mal Kühlfach-Tetris auf dem Programm: alles neu sortieren und dabei das über die Reise angesammelte Kondenswasser-Eis abkratzen, um noch etwas mehr Platz herauszuholen. Den so gewonnenen Raum haben wir dann beim Check-out prompt mit weiterem, zusätzlichem Eis aufgefüllt. Jetzt könnte es wirklich bis zur deutschen Grenze reichen.
„Huiiii, huiiii“ zum Frühstück
Mittendrin, beim Blick aus dem Fenster, hatte Mats morgens noch für den Lacher des Tages gesorgt: begeistert rief er „Huiiii, huiiii!“ — gemeint war die Rutsche, die er vom Camper aus entdeckt hatte. „Hui“ ist bei ihm inzwischen das feste Wort für Rutschen überhaupt, weil wir immer „Hui!“ rufen, wenn er runterrutscht — für Mats sind Rutschen also schlicht „Hui“. Heute Morgen hat er es aber besonders herzlich und voller Vorfreude gesagt.
Weiter nach Umeå und ein „Wurst-Case“
So gestärkt und bevorratet ging es weiter nach Umeå — rund 250 Kilometer in etwa 3,5 Stunden, inklusive einer großen Baustelle auf der E4. Man merkte deutlich, dass wir aus Norrland raus waren: wieder spürbar mehr Blitzer am Straßenrand. Auf der Strecke, etwa auf Höhe Norrböle, sorgte dann noch ein Werbeschild für Lachtränen bei Conny und Fabian: etwas Schwedisches, dazu halb spielerisch aufs Deutsche gemünzt „Wurst-Case“ — offenbar Werbung für einen Schlachter. Herrlich.
Wettertechnisch blieb der Tag dagegen wenig aufregend: kalter Nieselregen bei der Abfahrt in Luleå, kalter Nieselregen bei der Ankunft in Umeå.