Nicht einmal eine Woche waren wir in Norwegen — heute geht es schon wieder zurück nach Schweden. Zeit für ein Fazit.
Unser Norwegen-Fazit: beeindruckend, aber nicht ganz warm geworden
Landschaftlich toll, keine Frage — sehr vergleichbar mit den kanadischen Rockys, die wir mit Fiete vor rund vier Jahren mit dem Camper bereist haben, nur dass hier noch Meer und Fjorde dazukommen. Einmalig, keine Frage. Aber irgendwie sind wir mit diesem Land nicht so richtig warm geworden. Die Menschen waren nicht annähernd so herzlich, offen und freundlich wie in Schweden. Die wirklich spannenden Wanderungen konnten wir mit zwei kleinen Kindern schlicht nicht machen — oder das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und auch die Campingplätze waren, freundlich formuliert, mindestens eine Stufe schwächer als in Schweden — dafür aber deutlich teurer, teilweise regelrecht dreckig und oft ziemlich lieblos. Dass man dann auch noch fürs warme Wasser extra zahlen soll, ist uns bis heute nicht wirklich verständlich. Beispiel gefällig? Heute, kurz vor Abisko in Björkliden, gibt es warmes Wasser ganz selbstverständlich ohne Aufpreis — und im Servicehaus stehen direkt eine ordentliche Kletterwand für Kinder und eine Tischtennisplatte bereit.
Kurzum: Die Lofoten waren beeindruckend, aber wir haben nur einen Bruchteil davon gesehen und sehen können. Wahrscheinlich kommen wir noch einmal her — wenn Fiete und Mats etwas älter sind.
Roadtrip durch die Baustelle: von Sortland nach Björkliden
Was stand heute sonst an? Vor allem: Kilometer machen. Hinter Sortland kommt bis Kiruna nicht mehr viel. Fast vier Stunden ging es bis nach Björkliden, rauf und runter, mitten durchs Gebirge — und vor allem mitten durch ein monströs großes Baufeld. Die E10 wird ab etwa Langvassbukta scheinbar komplett neu ausgebaut. Google Maps wollte uns deshalb komplett anders lotsen, über eine Fährverbindung Richtung Norden über Harstad — angeblich 20 Minuten schneller. Nachträglicher Check: wäre es nicht gewesen. Die Fähre fährt zwar regelmäßig, aber eben nur alle ein bis anderthalb Stunden.
Also doch mitten durch die Baustelle, mit vielen Ampeln, da meist nur eine Spur befahrbar war. Durchaus „Adventure“. Bei Evenes konnten wir von einer Abfahrt am Hügel auf die Landebahn des kleinen Flughafens blicken — ein schöner Anblick, aber der militärische Teil und seine Bedeutung machen einen dann doch nachdenklich. Evenes ist seit 1979 in Betrieb und seit 2012 gezielt zur wichtigsten Luftwaffenbasis Nordnorwegens ausgebaut worden. Hier sind Boeing P-8 Poseidon zur Überwachung der Barentssee und der Norwegischen See stationiert, dazu F-35-Kampfjets, zeitweise ergänzt durch US-amerikanische Einheiten. Der Grund: Die Lage bei rund 68,5 Grad Nord bringt die Basis in unmittelbare Nähe zu russischem Luft- und Seeraum und macht sie damit zu einem zentralen Baustein der Nato-Überwachung im hohen Norden.
Über Narvik zurück nach Schweden — und ein Wasserfall zum Aufwärmen
Weiter ging es über Narvik über die Grenze zurück nach Schweden. Damit wir wenigstens noch etwas Bewegung bekamen, haben wir bei Björkliden kurz den Silverfallet besucht, der direkt auf dem Weg lag. Der rund 30 Meter hohe Wasserfall stürzt dort in den Rakkasjokk, kurz bevor dieser in den Torneträsk mündet, und ist über einen ausgeschilderten Weg samt kleiner Fußgängerbrücke gut zu erreichen — bei klarer Sicht soll man von dort sogar den markanten Lapporten sehen können, das berühmte Bergtor der Region.
Abschließend ging es noch kurz nach Abisko, um Kleinigkeiten im kleinen Supermarkt zu besorgen. Und dann ab zum Campingplatz, Abendessen machen und zur Ruhe kommen.
Fun Facts Norwegen
Elche gesehen: 0.
Nächte mit Polarlichtern: 0.
Warm geduscht im Camper: 1.
Warm geduscht auf Campingplätzen: 0.
Über Brücken gefahren: gefühlt 1.000 Mal.