Fiskebøl–Melbu: eine kurze Fähre und ein spiegelglatter Fjord
Nach einer kalten Nacht mit nur 4 Grad ging es zeitig weiter. Erstes Ziel nach dem Frühstück: der Fähranleger in Fiskebøl. Pünktlich um 10:30 Uhr sollte dort die Fähre nach Melbu ablegen — und das tat sie auch. Da wir genug Puffer eingeplant hatten, blieb noch Zeit für zwei kleine Fotostopps. Der Fjord lag nahezu spiegelglatt da, und so ergaben sich traumhafte Spiegelungen des Felspanoramas auf der Wasseroberfläche.
Die Überfahrt selbst war mit 25 Minuten eher kurz — und spannend obendrein: Noch vor der Einfahrt auf die Fähre wird man von einem Besatzungsmitglied fotografiert, abgerechnet wird dann digital im Nachgang. Hoffen wir, dass das mit dem Miet-Camper alles reibungslos klappt.
Das Hurtigrutemuseum in Stokmarknes: Kapitän, Funkerin und Ausguck
Vom Fähranleger in Melbu ging es weiter nach Stokmarknes, zum Hurtigrutemuseum. Die Hurtigruten sind Norwegens legendäre Küstenschiffslinie, die seit 1893 die Postroute entlang der zerklüfteten norwegischen Küste bedient und bis heute ein Stück nationaler Seefahrtsgeschichte ist. Das Museum in Stokmarknes wurde erst 2021 nach einer aufwendigen, rund 200 Millionen Kronen teuren Renovierung neu eröffnet — entstanden aus der jahrzehntelangen Leidenschaft eines ehemaligen Hurtigruten-Kapitäns, der das historische Schiff MS Finnmarken von 1956 über mehr als 30 Jahre restauriert hat. Heute steht es, vollständig erhalten, in einem modernen Glasgebäude und lässt sich komplett erkunden: Brücke, Kombüse, Maschinenraum, die original eingerichteten Kabinen und der aufwendig holzvertäfelte Speisesaal. Direkt daneben liegt mit der DS Finnmarken von 1912 sogar das älteste erhaltene Hurtigruten-Schiff überhaupt, komplett mit einem 55 Tonnen schweren Gesellschaftssalon, der einst aus den Niederlanden herangeschafft wurde.
Ein spannender Vormittag für uns alle vier. Fiete war ganz heiß darauf, selbst als Kapitän auf der Brücke zu stehen. Conny hätte damals wohl die Rolle als Funkerin übernommen. Und Mats? Der wäre wahrscheinlich Ausguck gewesen — denn dafür muss man von möglichst weit oben schauen, und da kommt man nur hin, wenn man gut klettern kann.
Sortland: Wassertank auffüllen und ein Kletterkünstler auf dem Spielplatz
Nach dem kurzweiligen Museumsbesuch ging es weiter nach Sortland auf den Campingplatz. Auf dem Weg dorthin hatte Fabian einen tollen Spielplatz in einem öffentlichen Park entdeckt — also nach dem Check-in schnell den Frischwassertank vom Camper aufgefüllt und ab auf den Spielplatz. Fiete zeigte dort eindrucksvoll, wie gut er inzwischen klettern kann: An einem Seilbaum kletterte er in null Komma nichts auf eine rund 5 Meter hohe Plattform und freute sich diebisch darüber. Conny konnte derweil kaum zusehen.
Hot Dogs, 6 Grad und die Frage aller Fragen: warm duschen?
Zum Abschluss des Tages gab es draußen, unter freiem Himmel, warm angezogen bei 6 Grad, noch Hot Dogs. Und jetzt heißt es: auf die Heizung vertrauen, denn heute Nacht werden es frostige 2 Grad. Und vielleicht — endlich — Polarlichter?
Übrigens: Wieso wir den Frischwassertank komplett aufgefüllt haben? In Norwegen ist es nicht nur so, dass ein Campingplatz deutlich teurer ist als in Schweden — hier zahlt man ambitionierte 40 bis 45 Euro pro Nacht, gegenüber 20 bis 25 Euro drüben in Schweden. Es ist hier auch Standard, für warmes Wasser beim Duschen extra zu zahlen (umgerechnet bis zu 5€ für 7 Minuten!). Und das sehen wir beim besten Willen nicht ein, zumal viele der „Servicehäuser“ hier doch merklich in die Jahre gekommen sind. Und wieso nicht einfach die Dusche im Camper nutzen, wenn wir sie ohnehin permanent dabei haben? Ob das eine gute Idee war, werden wir morgen wissen.
Apropos morgen: Da geht es für uns wieder zurück nach Schweden.