Tag 1 & 2: Ein Hot Dog, 10.000 Schritte durch Kopenhagen und glibschige Rochen

Die ersten beiden Tage liegen hinter uns — und sie haben vor allem eins gezeigt: Wie unterschiedlich diese Reise für jeden von uns gerade ist. Für die Großen ist es Kopenhagen, Brücken und Grenzen. Für Mats und Fiete ist es eine Fähre zum Rennen, eine Treppe zum Ein- und Ausfahren und ein Bett, das sofort zum Lieblingsort wird.

Tag 1: Trittau, eine Fähre und der erste dänische Hot Dog

Los ging’s von zu Hause in Richtung Puttgarden. Die Standzeit vor der Fähre war überraschend kurz — ehe wir uns versahen, waren wir schon an Bord und auf dem Weg über die Vogelfluglinie nach Rødby. Ahoj Dänemark!

Der eigentliche Star der Überfahrt war aber Mats. Kaum an Bord, ist er völlig beschwipst vor Begeisterung (und Wellengang) über das Deck gerannt — die Weite, der Wind, das Schaukeln des Schiffs, für ihn war das der pure Rausch. Fiete wiederum hat auf der Fähre schon seine erste große Liebe zum Camper entdeckt: die Trittstufe am Einstieg. Aus- und einfahren, wieder aus- und einfahren — die kann er gar nicht oft genug betätigen, und das wird uns die nächsten Wochen sicher noch öfter begleiten.

Direkt von der Fähre ging es weiter Richtung Kopenhagen, und man hat es regelrecht gespürt, wann man sich einer Großstadt nähert: Je näher wir kamen, desto zähflüssiger wurde der Verkehr. Der Campingplatz am Ziel hat dafür alles wieder wettgemacht — großzügig, mit einem richtig guten Spielplatz, an dem die Kinder sich sofort ausgetobt haben. Zum Abendessen gab’s, stilecht für den ersten Abend in Dänemark, Hot Dogs.

Tag 2: Zu Fuß durch Kopenhagen — vom Rathaus zum Nyhavn

Duschen ist für Mats sonst die reinste Freude — heute Morgen aber nicht. Plötzlich Panik, obwohl doch eigentlich alles genauso ist wie sonst. Nur ist es eben für ihn alles ein kleines bisschen anders: neue Dusche, neuer Ort, neue Geräusche. Ganz geduldig hat er trotzdem auf der Bank in der Dusche gesessen und gewartet, bis Mama fertig war. Und während wir uns über die kinderfreundliche Ausstattung gefreut haben, kam aus dem Duschkopf selbst eher eine Nieseldusche als ein richtiger Wasserstrahl — man kann eben nicht alles haben.

Dann ging’s Richtung Innenstadt. Schnell war klar: Parkplätze in Kopenhagens Zentrum sind für einen 7,39 Meter langen Camper nicht wirklich gemacht. Am Kalvebod Brygge sind wir schließlich fündig geworden und von dort zu Fuß losgezogen.

Die Route führte am Tivoli vorbei zum Rathaus, weiter über die Strøget — mit einem gezielten Zwischenstopp in einem der zahlreichen Lego-Shops, das musste sein — zum Højbro Plads und schließlich zum Christiansborg Slot. Kleiner Fun Fact am Rande: Christiansborg ist weltweit das einzige Gebäude, in dem alle drei Staatsgewalten unter einem Dach sitzen — Parlament, Regierung und oberstes Gericht. Direkt nebenan hätten wir gerne noch einen Blick auf die Børsen geworfen, die war aber wegen Bauarbeiten komplett eingehüllt. Von dort sind wir weiter bis zum Nyhavn spaziert, bevor es zurück zum Camper ging. Am Ende stand ein lockerer fünfstelliger Wert auf der Schrittzähler-Uhr: rund 10.000 Schritte.

Glibschige Rochen und ein weißer Hai zum Staunen

Kaum losgefahren Richtung Blå Planet, standen wir auch schon wieder still — eine Klappbrücke öffnete sich, kurze Zwangspause und offner Mund bei Fiete inklusive. Danach ging’s weiter zum Aquarium, und das war die Mühe wirklich wert. In den Touch-Becken durften wir unter anderem Rochen anfassen — ganz glibschig haben die sich angefühlt, und die Begeisterung war allen ins Gesicht geschrieben. Dazu ein beeindruckendes Ausstellungsstück eines weißen Hais in Originalgröße und Gebisse verschiedener Haiarten zum Anschauen — da haben wir alle gestaunt, groß wie klein.

Blå Planet, 2013 eröffnet und mit seiner wirbelartigen Form von Meeresströmungen inspiriert, ist mit über 50 Becken, 20.000 Tieren und einem vier Millionen Liter fassenden Hauptbecken das größte Aquarium Nordeuropas. Und für uns bislang schlicht das schönste Aquarium überhaupt: super gepflegt, liebevoll angelegt, mit wirklich beeindruckenden Unterwasserwelten.

Danach ging es direkt auf die Öresundbrücke — 160 Euro später waren wir in Schweden. Kaum an Malmö vorbei, dann gleich die nächste Überraschung: mitten auf der Autobahn plötzlich Bushaltestellen. Verrückt! Jetzt stehen wir bei Höör und haben uns zum Abendessen eine Pizza mit Dönerfleisch und Pommes gegönnt — eine Kombination, die uns selbst überrascht hat, aber überraschend gut funktioniert.

Fiete hat inzwischen längst sein Urteil gefällt: Das Bett im Camper findet er richtig kuschelig. Beim Abendessen kam prompt der Satz: „Ich möchte jetzt in den Camper und schlafen.“ Am liebsten würden wir alle zusammen kuscheln — aber wegen der steilen Treppe zum Bett im Heck hat Mama ein bisschen Angst vor der Absturzgefahr, deshalb schläft Fiete vorerst in seinem eigenen Bett weiter vorne.

Fun Fact des Tages

In Kopenhagen werden riesige Flachbild-Fernseher ganz selbstverständlich auf dem Fahrradgepäckträger transportiert — auch wenn sie gefühlt fünfmal so breit sind wie das Fahrrad lang ist.


Morgen geht’s weiter Richtung Vimmerby — die Astrid-Lindgren-Welt ruft.